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    WHO: 1,6 Milliarden Menschen mit Hörverlust

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    Deutschland,

    Impfungen gegen Röteln und Meningitis sowie die Früherkennung und Behandlung von Mittelohrentzündungen könnten viele Kinder vor Hörschäden bewahren. Bei Erwachsenen sind dagegen andere Massnahmen wichtig.

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    Ein Hörgerät wird in ein Ohr eingesetzt. In Grossbritannien wurden vermehrt Fälle von Gehörverlust in Zusammenhang mit dem Coronavirus registriert. - dpa-infocom GmbH

    Das Wichtigste in Kürze

    • Millionen Menschen könnten mit relativ einfachen Mitteln vor Hörschäden bewahrt werden.

    Das erklärt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in einem Bericht. Rund 1,6 Milliarden Menschen leben mit Hörverlust, wie die Genfer UN-Behörde zum Welttag des Hörens am 3. März hochgerechnet hat.

    «Wir wissen, wie wir das verhindern könnten - oder zumindest viel davon», sagte die WHO-Expertin Shelly Chadha vor Journalisten. «Medizinische Behandlungen und Operationen können die meisten Ohrkrankheiten beheben und potenziell auch Hörverlust wieder wettmachen», schreibt die WHO. Hörverlust entsteht unter anderem bei Problemen während der Geburt oder durch Infektionskrankheiten. Bei Kindern wären laut Chadha fast 60 Prozent der Fälle vermeidbar - etwa durch Impfungen, Früherkennung und eine bessere Versorgung von Müttern und Neugeborenen.

    So könnten Impfungen gegen Röteln und Meningitis sowie die Früherkennung und Behandlung von akuten Mittelohrentzündungen viele Kinder vor Hörschäden bewahren, hiess es. Bei Erwachsenen seien Lärmschutz und gute Ohrhygiene wichtig, um der Gefahr von Hörverlust vorzubeugen. Rund 1,1 Milliarden junge Menschen riskieren den WHO-Daten zufolge Schäden, weil sie zu oft zu laut Musik hören. Für diesen Bereich seien verstärkt gesetzliche Regelungen nötig.

    Bis 2050 könne die Zahl der Menschen mit Hörverlust auf fast 2,5 Milliarden steigen, wenn die ärztliche Versorgung nicht verbessert wird, schätzt die WHO wegen der wachsenden Weltbevölkerung und der steigenden Lebenserwartung. Etwa jeder vierte Erdenbürger würde dann mit einer Höreinschränkung leben. Die Zahl der Menschen mit schweren Einschränkungen drohe von 430 Millionen auf 711 Millionen zuzunehmen. Diese Gruppe müsse besser mit Hörgeräten, Hörimplantaten und Unterricht in Zeichensprache versorgt werden.

    Derzeit verwenden demnach nur 17 Prozent der Schwerhörigen weltweit, die Hörgeräte bräuchten, solche Hilfsmittel. «Es gibt einen riesigen Mangel, weil Hörakustik vielerorts keine Priorität hat», sagte Chadha. In den meisten Entwicklungsländern mangele es zudem an HNO-Ärzten, Sprachtherapeuten und Lehrern für Gehörlose, so die WHO. Von den Ländern mit niedrigen Einkommen hätten gut drei Viertel nur einen einzigen Hals-Nasen-Ohrenarzt pro Million Einwohner. In einem Land mit der Einwohnerzahl Deutschlands bedeutet das, dass es im ganzen Land nur etwa 83 solche Spezialistinnen und Spezialisten gibt.

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