West-Nil-Virus fordert fünf Todesopfer in Nordmazedonien
Das West-Nil-Virus hat in Nordmazedonien fünf Menschen getötet. 43 Infektionen wurden seit Jahresbeginn im Balkanstaat registriert.

In Nordmazedonien sind in den vergangenen Wochen fünf Menschen an den Folgen des West-Nil-Virus gestorben. Das nordmazedonische Gesundheitsministerium meldete insgesamt 43 bestätigte Infektionen, wie der «ORF» berichtet.
Der Grossteil der Fälle wurde innerhalb der vergangenen drei Wochen erfasst. Anfang August hatten die Behörden für mehrere Gegenden in und um die nordmazedonische Hauptstadt Skopje eine Epidemie festgestellt.
Fadil Cana, Leiter der Klinik für Infektionskrankheiten in Skopje, sagte laut «ORF», dass täglich neue Patienten eingeliefert würden. Die Klinik zähle derzeit rund 20 bis 21 belegte Betten.
Schwere Verläufe möglich – keine Impfung zugelassen
Das West-Nil-Virus verläuft bei einem Grossteil der Infizierten ohne merkliche Symptome. Bei etwa einem von 150 Infizierten kommt es allerdings zu schwereren Verläufen, wie der «BR» berichtet.
In solchen Fällen kann das Virus eine lebensbedrohliche Hirnhautentzündung auslösen; zu den Risikogruppen zählen und vorerkrankte Menschen. Der zuletzt verstorbene Patient war laut «BR» ein 73-jähriger Mann mit mehreren Begleiterkrankungen.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hält fest, dass es gegen das West-Nil-Virus keinen zugelassenen Impfstoff für Menschen gibt. Auch passgenaue Behandlungsmethoden gegen das Virus fehlen bislang, berichtet der «ORF».
Gesundheitsminister ruft zu Vorsicht auf
Der nordmazedonische Gesundheitsminister Sašo Klekovski rief die Bevölkerung dazu auf, Swimmingpools zu leeren, um Mücken keine Brutstätten zu bieten. Ausserdem sollten tote Vögel den Behörden gemeldet werden, da diese als Viruswirte gelten, berichten die «Salzburger Nachrichten»
In den vergangenen Wochen wurde in Nordmazedonien sowohl am Boden als auch aus der Luft grossflächig Insektenvernichtungsmittel ausgebracht. Insbesondere rund um Bewässerungskanäle.
Das West-Nil-Virus war in Nordmazedonien erstmals 2011 nachgewiesen worden. Bis Ende des Vorjahres wurden 54 Infektionen registriert, die aktuelle Lage hat sich angesichts des besonders heissen Sommers erheblich verschärft.
West-Nil-Virus in zwölf europäischen Ländern nachgewiesen
Das Europäische Zentrum für die Prävention und Kontrolle von Krankheiten meldete am Freitag einen weiteren Anstieg der Fallzahlen in Europa. Das West-Nil-Virus wurde demnach bereits in zwölf europäischen Ländern übertragen.

Neben Nordmazedonien sind auch Österreich, Deutschland, die Niederlande, Frankreich, Spanien, Italien, Albanien, Griechenland, Rumänien, Serbien und der Kosovo betroffen.
Die Hochzeit der Übertragungen liegt in Europa zwischen Juli und September, wie der «ORF» berichtet. Damit steht der Höhepunkt der aktuellen Saison noch bevor.











