Wer bei der Erstellung der Steuererklärung helfen darf
Auch wenn vielleicht viele könnten: nur die wenigsten dürfen. Denn wer bei der Bearbeitung einer Steuererklärung unterstützen darf, ist streng geregelt. Bei Missachtung droht eine empfindliche Strafe.

Das Wichtigste in Kürze
- In Deutschland regelt das Steuerberatungsgesetz, wer bei der Erstellung einer Steuererklärung helfen darf.
Und das sieht nur bestimmte Personen und Vereinigungen dafür vor. Aber wer darf denn nun?
In allererster Linie Steuerberater, Rechtsanwälte, Wirtschaftsprüfer und vereidigte Buchprüfer, sagt Alexander Kislinger von der Lohnsteuerhilfe Bayern. Diese Personengruppe sei zur unbeschränkten Hilfestellung befugt. Selbst Lohnsteuerhilfevereine dürften zum Beispiel nur beschränkt, das heisst im Rahmen ihrer Beratungsbefugnis, Hilfe leisten. Sie sind etwa auf Arbeitnehmer und Rentner spezialisiert. Erzielt ein Steuerpflichtiger zu versteuernde Einkünfte aus Land- oder Forstwirtschaft oder einem Gewerbebetrieb, müssen Lohnsteuerhilfevereine passen.
Allen nicht genannten Personen und Vereinigungen ist eine geschäftsmässige Hilfeleistung gesetzlich verboten.
Ausnahmen gelten aber für unentgeltliche Unterstützung. So dürfen etwa Verlobte, Ehegatten oder eingetragene Lebenspartner, Geschwister, Kinder der Geschwister, Ehegatten oder Lebenspartner der Geschwister und Geschwister der Ehegatten oder Lebenspartner, Pflegeeltern oder Pflegekinder sowie Verwandte oder Verschwägerte gerader Linie helfen, wenn sie dafür nicht entlohnt werden. Verwandte oder Verschwägerte gerader Linie sind zum Beispiel Grosseltern, Eltern, Kinder, Enkelkinder eines Steuerpflichtigen oder dessen Partnerin beziehungsweise Partners.
«Unzulässig ist damit generell die Hilfeleistung gegenüber anderen Personen wie beispielsweise Lebensgefährten, Freunden und Bekannten», sagt Alexander Kislinger – und zwar ganz unabhängig davon, ob die Hilfe entgeltlich oder unentgeltlich erbracht wird.
Ausnahmen hiervon lässt die Rechtsprechung laut Kislinger nur zu, sofern es sich um «steuerlich irrelevante Unterstützungsleistungen» wie «Schreib- und Übersetzungsarbeiten oder die blosse Datenübermittlung einer elektronischen Steuererklärung» handelt. «Dasselbe gilt grundsätzlich für nicht auf Wiederholung angelegte einmalige Tätigkeiten», so Kislinger.
Wer trotz Verbots Hilfe leistet, begeht eine Ordnungswidrigkeit, die mit einem Bussgeld von bis zu 5000 Euro geahndet werden kann.
Aber warum ist das eigentlich so, dass nicht jeder helfen darf? «Die Regelungen des Steuerberatungsgesetzes sollen Steuerpflichtige vor einer Fehlberatung schützen», sagt Kislinger. So werde gewährleistet, dass nur fachkundige Personen und Vereinigungen tätig werden, die über die notwendige fachliche und persönliche Zuverlässigkeit und Qualifikation Verfügen. Zudem sei die sachgerechte Steuerberatung auch im Interesse des Steueraufkommens und der Allgemeinheit und diene der Steuerrechtspflege.










