In der Debatte um eine Laufzeitverlängerung der drei verbliebenen Atomkraftwerke geht in Deutschland weiter ein Riss durch die Ampel-Koalition.
ARCHIV - Kevin Kühnert, SPD-Generalsekretär, kommt zu einer Pressekonferenz nach der SPD-Präsidiumssitzung im Willy-Brandt-Haus. Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa
ARCHIV - Kevin Kühnert, SPD-Generalsekretär, kommt zu einer Pressekonferenz nach der SPD-Präsidiumssitzung im Willy-Brandt-Haus. Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa - sda - Keystone/dpa/Bernd von Jutrczenka
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Das Wichtigste in Kürze

  • SPD-Generalsekretär Kevin Kühnert nannte Atomenergie am Dienstag im Deutschlandfunk eine «Augen-zu-und-durch-Technologie», die Befürwortern sicherer und günstiger erscheine, als sie faktisch sei.

FDP-Fraktionsvize Lukas Köhler warf Gegnern längerer Laufzeiten vor, diese aus ideologischen Gründen abzulehnen, obwohl es gar nicht um «eine Renaissance der Kernenergie» gehe, sondern darum, die Folgen des Ukraine-Kriegs abzumildern.

Seit die deutsche Regierung einen weiteren Test der Stromversorgung in Deutschland unter verschärften Bedingungen angekündigt hat, scheint nicht mehr komplett ausgeschlossen, dass die verbliebenen Kernkraftwerke doch noch länger laufen könnten.

Die Atomkraftwerke Isar 2 (Bayern), Emsland (Niedersachsen) und Neckarwestheim 2 (Baden-Württemberg) sollen nach geltendem Recht spätestens am 31. Dezember 2022 abgeschaltet werden. Damit wäre der vor zwei Jahrzehnten in Deutschland eingeleitete Atomaussteig abgeschlossen.

Vor dem Hintergrund der Energiekrise, die sich durch den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine zugespitzt hat, gibt es seit Monaten eine Debatte, ob die drei Meiler weiterlaufen sollen - ob nur für eine kurze Zeit oder sogar für einige Jahre. Die letzten drei AKW tragen etwa 6 Prozent zur deutschen Stromerzeugung bei.

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