Die EU diskutiert, Teil der Infrastrukturkosten auf die Marktteilnehmer abzuwälzen. Verbraucherzentralen warnen, dass dadurch Netflix und Co teurer werden.
Ein Kostenschub bei Streaming-Diensten könnte für die Konsumentinnen und Konsumenten in Deutschland zu höheren Preisen führen. (Symbolbild)
Ein Kostenschub bei Streaming-Diensten könnte für die Konsumentinnen und Konsumenten in Deutschland zu höheren Preisen führen. (Symbolbild) - sda - KEYSTONE/AP/FERDINAND OSTROP
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Das Wichtigste in Kürze

  • Deutsche Verbraucherzentralen warnen vor einer Verteuerung von Streamingdiensten.
  • Die EU diskutiert, einen Teil der der Infrastrukturkosten abzuwälzen.
  • Amazon, Netflix und Co könnten die Kosten an die Verbraucher weitergeben.

Die deutschen Verbraucherzentralen haben vor einer Verteuerung von Streamingdiensten und anderen Angeboten von Online-Inhalten gewarnt. Hintergrund sind Pläne der EU-Kommission für eine Beteiligung der Marktteilnehmer an den Kosten für die digitale Infrastruktur.

«Uns hat überrascht, dass die EU-Kommission angekündigt hat, das Thema aufgreifen zu wollen», sagte die Chefin des Bundesverbands (vzbv), Ramona Pop, der Deutschen Presse-Agentur. Sie erinnerte daran, dass es schon ein älterer Vorschlag der Telekommunikationsanbieter sei, eine Art Internet-Maut zu verlangen.

Netflix
Werden Netflix und Co bald teurer? - AFP/Archiv

«Zusätzlich zu den Kosten, die man ja hat als Endverbraucher und -verbraucherin hat, sollen jetzt auch die Inhalte-Anbieter, wie etwa Netflix und Amazon, zahlen», sagte Pop.

«Das stellt die Netzneutralität komplett in Frage», warnte Pop. «Und es würde auch Angebote sicherlich teurer machen.» Manche Angebote würden ihrer Einschätzung nach ganz vom Markt verschwinden, weil sie sich nicht mehr halten könnten.

Die EU-Kommission hatte konkrete Pläne für eine Beteiligung sämtlicher Marktteilnehmer an den Infrastrukturkosten für Netze angekündigt. Pop sagte: «Wir erwarten, dass die EU-Kommission zügig auch eine öffentliche Anhörung macht, damit man vorab in die Diskussion mit allen Beteiligten gehen kann.» Vorliegende Vorschläge lehnte Pop als womöglich wettbewerbsschädigend ab.

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