Russland geht schärfer gegen die «LGBT»-Community vor. So ist ab nun jede Form von positiv konnotierter Darstellung von gleichgeschlechtlicher Liebe verboten.
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Mit dem neuen Gesetz ist nun jegliche positive Darstellung etwa von lesbischer und schwuler Liebe strafbar. - Sergei Ilnitsky/EPA/dpa
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Das Wichtigste in Kürze

  • Russland weitet das Gesetz gegen «LGBT-Propaganda» weiter aus.
  • Ab jetzt ist die positiv konnotierte Darstellung gleichgeschlechtlicher Liebe verboten.
  • Bisher galt das Verbot nur in Anwesenheit von Minderjährigen.

Russland schränkt die Rechte homosexueller und queerer Menschen mit einem neuen Gesetz drastisch weiter ein. Nach der Verabschiedung des Gesetzes am Donnerstag ist nun jegliche positive Darstellung etwa von lesbischer und schwuler Liebe strafbar.

Betroffen sind beispielsweise Beiträge in sozialen Netzwerken, aber auch Inhalte von Büchern, Filmen, Medien und Werbung.

Bislang galt das 2013 erlassene Verbot nur für Äusserungen und Darstellungen, die in Anwesenheit von Minderjährigen erfolgten. Bereits dagegen gab es immer wieder grossen internationalen Protest.

LGBT-Aktivisten
LGBT-Aktivisten demonstrieren im Mai in St. Petersburg - AFP

Im Umgang mit Kindern und Jugendlichen wurde der Verbotskatalog nun auch noch einmal deutlich erweitert: So dürfen an Minderjährige keinerlei Informationen über Geschlechtsangleichungen weitergegeben werden, die sie zu einem solchen Schritt ermutigen könnten. Aktivisten haben bereits vor Monaten vor der nun eingetretenen Gesetzesverschärfung gewarnt. Sie befürchten eine noch stärkere Diskriminierung von homosexuellen und queeren Menschen in Russland.

Bei Verstössen gegen die neuen Regelungen drohen hohe Geldstrafen – Bürgern bis zu 200 000 Rubel (knapp 3200 Euro). Für Unternehmen und Organisationen bis zu fünf Millionen Rubel (knapp 80 000 Euro). Kinofilmen wiederum soll die Verleihlizenz verwehrt werden, wenn sie aus Sicht der russischen Justiz «nicht-traditionelle sexuelle Beziehungen fördern».

LGBT: Das neue Gesetz sorgt für Verunsicherung

Viele kritisch eingestellte Kunst- und Kulturschaffende sind ohnehin bereits ins Ausland geflohen. Dies auch angesichts des seit neun Monaten andauernden russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine. Doch auch unter den Verbliebenen sorgt das neue LGBT-Gesetz für grosse Verunsicherung.

So brachten nach Informationen der Zeitung «Kommersant» kürzlich mehrere Verlage in einem Brief an den russischen Buchverband Bedenken zum Ausdruck. Ein Verlag etwa habe angemerkt, dass ihm nun sogar die Erwähnung bestimmter historischer Fakten zum Verhängnis werden könnte.

LGBT ist die englische Abkürzung für lesbisch, schwul, bisexuell und Transgender. Oft werden auch die Varianten LGBTQ, LGBTQI oder LGBTQIA+ verwendet. Jeder Buchstabe steht für die eigene Geschlechtsidentität oder die sexuelle Orientierung.

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