Der Prosecco aus Italien findet reissenden Absatz in der Corona-Krise. Vor allem in Deutschland steigt die Nachfrage kräftig. Den Export nach Grossbritannien hat allerdings der Brexit etwas verbaut.
Italien hat in den ersten vier Monaten dieses Jahres nach Verbandsangaben so viel Prosecco exportiert wie noch nie. Foto: Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/dpa
Italien hat in den ersten vier Monaten dieses Jahres nach Verbandsangaben so viel Prosecco exportiert wie noch nie. Foto: Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/dpa - dpa-infocom GmbH

Das Wichtigste in Kürze

  • Italien hat in den ersten vier Monaten dieses Jahres nach Verbandsangaben so viel Prosecco exportiert wie noch nie.

Mehr als 120 Millionen Flaschen (je 0,75 Liter) lieferten die Unternehmen in dieser Zeit aus, teilte der italienische Landwirtschaftsverband Coldiretti am Samstag mit. Das sei ein Anstieg zum selben Zeitraum des Vorjahres um 17 Prozent. In Deutschland verzeichneten die italienischen Prosecco-Exporteure in diesem Zeitraumvergleich demnach den kräftigsten Anstieg beim Absatz mit 29 Prozent. Grösster Abnehmer waren aber die USA.

In Grossbritannien stellte der Verband in dieser Zeit einen Rückgang um neun Prozent fest. Der Verband führte dies auf die bürokratischen Hürden im Zusammenhang mit dem Brexit zurück. Für die Schaumwein-Exporteure gebe es Probleme bei den Zollverfahren. Der Verband befürchtet, dass damit Prosecco-Fälschungen in Grossbritannien auf den Markt gelangen könnten.

Prosecco ist eine von der EU geschützte Herkunftsbezeichnung für italienische Schaum- oder Perlweine. Für Ärger sorgte unlängst der Versuch Kroatiens, seinen lokalen Weisswein Prosek bei der EU als Bezeichnung schützen zu lassen. Italien will sich dagegen wehren, denn die Bezeichnung stehe klar im Konflikt mit dem Namen Prosecco, so der Vorwurf. Es war gar vom «Prosecco-Krieg» die Rede. 2013 war Kroatien mit einem ähnlichen Versuch schon einmal gescheitert.

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