Ungarn belegt Kiewer Drohnentruppenchef mit Einreiseverbot

    Keystone-SDA
    Keystone-SDA

    Ungarn,

    Ungarn hat dem Leiter der ukrainischen Drohneneinheit, Robert Browdi, ein dreijähriges Einreise- und Aufenthaltsverbot auferlegt.

    Ungarischer Aussenminister Peter Szijjarto
    Laut Peter Szijjart verhängte Ungarn gegen Robert Browdi, den Leiter der ukrainischen Drohnentruppen, ein dreijähriges Einreise- und Aufenthaltsverbot. (Archivbild) - dpa

    Ungarn hat den Chef der ukrainischen Drohnentruppen, Robert Browdi, mit einem dreijährigen Einreise- und Aufenthaltsverbot belegt.

    «Der jüngste schwere Luftangriff auf die Erdölpipeline »Druschba« war ein Angriff auf die Souveränität Ungarns», teilte der ungarische Aussenminister Peter Szijjarto in einer Erklärung mit, die die staatliche ungarische Nachrichtenagentur MTI veröffentlichte.

    Die ukrainische Armee hatte vor anderthalb Wochen eigenen Angaben zufolge die Ölpumpstation Nikolskoje im zentralrussischen Gebiet Tambow mit Drohnen angegriffen. Es kam zu einer erheblichen Beschädigung der Anlage. Ungarn und die Slowakei erhalten russisches Erdöl durch die betroffene Pipeline. Ungarischen Angaben zufolge traf erst am Donnerstag wieder russisches Erdöl über die «Druschba»-Pipeline in Ungarn ein.

    «Die Ukraine ist sich im Klaren darüber, dass die Pipeline »Druschba« für die Energieversorgungssicherheit Ungarns unabdingbar ist», erklärte Szijjarto weiter. Der jüngste Angriff sei so schwer gewesen, dass Ungarn wegen der langen Dauer der Reparaturarbeiten beinahe auf seine strategischen Reserven hätte zurückgreifen müssen.

    Browdi im Schengen-Raum mit Einreisesperre belegt

    Die Einreisesperre für den ukrainischen Drohnentruppenchef Browdi gelte für den gesamten Schengen-Raum, fügte Szijjarto hinzu. Der Schengen-Raum umfasst die meisten EU-Länder und europäische Nicht-EU-Länder wie die Schweiz. In dem Gebiet ist im Prinzip grenzkontrollfreies Reisen möglich.

    Die Ukraine wehrt sich seit mehr als drei Jahren gegen eine russische Invasion und greift immer wieder auch Ziele auf russischem Staatsgebiet an. Ungarn und die Slowakei haben sich – anders als andere EU-Länder – auch nach dem Beginn der Invasion bei ihren Öl- und Gasimporten nicht aus der Abhängigkeit von Russland gelöst. Die von der EU verhängten Sanktionen gegen Moskau erstrecken sich nicht auf Erdgas und auch nicht auf Erdöl, das über Pipelines transportiert wird.

    Budapest steht eher auf Moskaus Seite

    Der ungarische Ministerpräsident Viktor Orban verfolgt eine weithin kremlfreundliche Politik. Zugleich beschuldigt er die Ukraine, nicht zum Frieden bereit zu sein, wobei er russische Narrativen verbreitet. Kiew wirft er ausserdem vor, die mehrere Zehntausend Menschen umfassende ungarische Minderheit zu unterdrücken.

    Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte Browdi (50) erst Anfang Juni zum Kommandeur der ukrainischen Drohnentruppen ernannt. Der Offizier im Range eines Majors entstammt der ungarischen Minderheit und gab sich den Kampfnamen «Madjar» (Ungar). Vor seiner Ernennung hatte er sich als Gründer und Kommandeur der Drohneneinheit «Madjars Vögel» einen Namen gemacht.

    Kommentare

    User #1629 (nicht angemeldet)

    Finde ich vollkommen richtig, dem war Ungarns Energieversorgung ja vollkommen egal. Jetzt, wo das Öl wieder läuft, braucht er auch nicht in Ungarn davon profitieren .Alles hat seinen Preis.

    User #5160 (nicht angemeldet)

    Wer will schon nach Ungarn?

    Weiterlesen

    Viktor Orban
    71 Interaktionen
    Kritik

    MEHR IN NEWS

    Man muss die Eltern kritisieren, nicht die Kinder!
    43 Interaktionen
    Schweigepfad-Lärm
    Preisexplosion
    Flydubai
    2 Interaktionen
    Flydubai-Drama
    Campingfeuer Bella Italia
    4 Interaktionen
    «Fire!»

    MEHR AUS UNGARN

    3 Interaktionen
    Budapest
    Viktor Orban
    7 Interaktionen
    Wegen Korruption
    Haus des Terrors
    2 Interaktionen
    Budapest