Der Film «Olga» ist in den Schweizer Kinos angelaufen. Aufgrund des Ukraine-Kriegs versteckt sich die Hauptdarstellerin aktuell in einem Keller in Charkiw.
Anastasia Budiashkina, Hauptdarstellerin des für den Schweizer Filmpreis nominierten Spielfilms «Olga», versteckt sich derzeit in der Ukraine in ihrem Keller. Regisseur Elie Grappe steht in Kontakt mit ihr.
Anastasia Budiashkina, Hauptdarstellerin des für den Schweizer Filmpreis nominierten Spielfilms «Olga», versteckt sich derzeit in der Ukraine in ihrem Keller. Regisseur Elie Grappe steht in Kontakt mit ihr. - sda - cineworx

Das Wichtigste in Kürze

  • Anastasia Budiashkina hält sich aktuell in einem Keller in Charkiw auf.
  • Sie flüchtete dorthin, als Anfang der Woche der Alarm losging.
  • Budiashkina ist Hauptdarstellerin im Film «Olga».

Seit ein paar Tagen läuft «Olga» in den Deutschschweizer Kinos. Derweil muss sich die ukrainische Turnerin und Hauptdarstellerin Anastasia Budiashkina in Charkiw im Keller verstecken. Regisseur Elie Grappe steht in Kontakt mit ihr.

Anfang der Woche sei Budiashkina nur in den Keller geflüchtet, wenn der Alarm losgegangen sei, berichtete Elie Grappe, der mehrmals täglich mit der Turnerin in Kontakt steht, am Donnerstag gegenüber Keystone-SDA.

«Das Hin- und Herpendeln zwischen ihrer Wohnung und dem Keller ist nun wegen der Intensivierung der Kämpfe aber nicht mehr möglich.»

Budiashkina wartet auf humanitären Korridor

Budiashkina lebt in Charkiw in einer Wohngemeinschaft und arbeitet als Akrobatin in einem Zirkusunternehmen. Am vergangenen Sonntag war sie noch in Kiew im Maidan-Museum, wo «Olga» im Zusammenhang mit dem Gedenken an die Ereignisse auf dem Euromaidan 2014 gezeigt wurde.

«Sie wartet nun darauf, ob es dem Roten Kreuz, Amnesty International oder einer ähnlichen Organisation gelingt, einen humanitären Korridor zu öffnen, durch den Zivilisten das Land verlassen können, ohne ihr Leben zu riskieren», erzählt der Filmemacher.

Elie Grappe steht auch mit anderen Personen in der Ukraine in Kontakt, die er während der Dreharbeiten zu «Olga» kennengelernt hat. So etwa Artem Lurchenki, einer seiner «engsten Mitarbeiter», wie der 29-jährige Filmemacher auf Facebook schreibt.

Er hoffe, dass Länder und Einzelpersonen nach dem Schock des Angriffs der Russen auf die Ukraine am vergangenen Donnerstag weiterhin mobilisiert bleiben, denn «der Krieg wird andauern».

«Olga» Schweizer Beitrag im Rennen um einen Oscar

Wer Anastasia Budiashkina und ihre Freunde unterstützen möchte, kann sich über die sozialen Netzwerke beim Komitee Ukraine - Schweiz informieren. Weitere Demonstrationen sind etwa für Samstag in Genf und Zürich geplant.

Im Film «Olga» ist eine 15-jährige Turnerin hin- und hergerissen zwischen der Schweiz, wo sie mit dem Schweizer Nationalteam für die Olympischen Spiele trainiert, und der Ukraine, wo ihre Mutter als Journalistin über die Ereignisse beim Euromaidan berichtet.

«Olga» wurde 2021 als offizieller Schweizer Beitrag ins Rennen um einen Oscar geschickt und im Januar für den Schweizer Filmpreis nominiert. Seit Ende Februar läuft der Film in den Deutschschweizer Kinos.

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