Ukraine rechnet mit enormen Kriegsschäden

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    Wie geht es wirtschaftlich weiter mit der Ukraine? Genaue Zahlen und Berechnungen liegen nicht vor, doch er er gehe von sehr hohen Verlusten aus, sagte der ukrainische Finanzminister Serhij Martschenko.

    Die Ukraine rechnet aufgrund des Krieges mit starken wirtschaftlichen Verlusten. Foto: Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa
    Die Ukraine rechnet aufgrund des Krieges mit starken wirtschaftlichen Verlusten. Foto: Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa - dpa-infocom GmbH

    Das Wichtigste in Kürze

    • Die Ukraine erwartet infolge des russischen Angriffskrieges gewaltige Schäden für die heimische Wirtschaft.

    «Das Wirtschaftsministerium rechnet mit Verlusten von einem Drittel bis zur Hälfte des Bruttoinlandsprodukts», zitierte die Regierung in Kiew am Dienstag aus einem Interview von Finanzminister Serhij Martschenko mit dem US-Magazin «Forbes».

    «Einer anderen Schätzung zufolge handelt es sich um rund 500 Milliarden US-Dollar», sagte er, ohne Details zu nennen. «Die genaue Summe wird sich erst nach dem Krieg berechnen lassen.»

    Die Einordnung der Zahlen ist schwierig. 2020 betrug das ukrainische BIP nach Angaben der Weltbank rund 155,5 Milliarden Dollar(141 Mrd Euro). Die bislang angerichteten Schäden an der Infrastruktur bezifferte Vize-Wirtschaftsminister Denys Kudin zuletzt auf 119 Milliarden Dollar. Fotos und Videos zeigen erhebliche Zerstörungen in der Ukraine. In der zweitgrössten Stadt Charkiw wurden nach Polizeiangaben bisher 600 Häuser zerstört.

    Dramatische Einbrüche erwartet

    «Die negativen Folgen des Krieges werden enorm sein», sagte Martschenko. Das liege auch daran, dass die umkämpften Gebiete Charkiw, Kiew und Mariupol wirtschaftlich bedeutend seien. «Viele Logistikketten wurden vollständig unterbrochen, viele Unternehmen zerstört, einige können in Kriegszeiten nicht arbeiten, und viele Arbeiter sind einfach abgehauen», sagte Martschenko. Zudem verdient das Land kaum Geld. «Beim Zoll erhalten wir nur 15 Prozent der Einnahmen in Friedenszeiten», sagte der Minister.

    Am Montag hatte bereits der Internationale Währungsfonds (IWF) einen dramatischen Einbruch der ukrainischen Wirtschaft prognostiziert. Das Bruttoinlandsprodukt werde in diesem Jahr um zehn Prozent einbrechen - und selbst diese Prognose beruht auf der Voraussetzung «einer baldigen Lösung des Kriegs und bedeutender Hilfe von Gebern», teilte der IWF mit. Die in Washington ansässige Organisation gewährte der Ukraine jüngst einen Notkredit von 1,4 Milliarden Dollar.

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