Ukraine-Krieg: Experte hält Atom-Sorgen weiterhin für unbegründet

Felix Müller
Felix Müller

Ukraine,

Im Westen steigt die Angst vor einer nuklearen Verzweiflungstat der Russen. Ein Experte hält Atom-Angriffe im Ukraine-Krieg aber weiterhin für unwahrscheinlich.

Ukraine Krieg
Der russische Präsident Wladimir Putin droht im Ukraine-Krieg immer wieder mit dem Einsatz von Atomwaffen. - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Putins Atomwaffen lösen im Westen zunehmend Besorgnis aus.
  • Die letzte Woche im Ukraine-Krieg zeige aber ein dringenderes Problem auf, so ein Experte.
  • Die Fliegerabwehr der Ukraine funktioniert offenbar nur sehr mangelhaft.

Weil sich das Blatt im Ukraine-Krieg zuletzt zu Gunsten der Verteidiger gewendet hat, ist Wladimir Putin unter Druck. Der Westen fürchtet sich darum vor einem nuklearen Schlag –aus Verzweiflung. Gemäss britischen Medienberichten soll Verteidigungsminister Ben Wallace deshalb gar zu einer spontanen Krisensitzung ins Weisse Haus gereist sein.

Einen möglichen Atomschlag hält Strategie- und Sicherheitsexperte Albert Stahel aktuell aber für nicht für wahrscheinlich. «Die Nuklearwaffen sind im Augenblick eher Teil unserer Angstpsychose», sagt er zu Nau.ch.

Ukraine-Krieg: Drohnen beleben russische Kriegshoffnungen

Dem Experten zufolge gibt es derzeit drängendere Sorgen. «Das Hauptproblem für die Ukraine ist die mangelhafte Fliegerabwehr.» Der Einsatz iranischer Drohnen durch das russische Oberkommando habe gravierende Lücken in der Fliegerabwehr der Ukraine aufgedeckt. Diese müssten schnellstmöglich geschlossen werden.

Putins Truppen hatten letzte Woche in einem unerwarteten Schachzug 30 Prozent der gesamten ukrainischen Strominfrastruktur zerstört. Eine entscheidende Rolle spielten dabei iranische Kamikaze-Drohnen.

Laut Stahel ist diese Wendung im Ukraine-Krieg von grosser Bedeutung. Dem Land fehle es offensichtlich an einer geeigneten Fliegerabwehr – das werde Putin ausnützen. «Ohne einen entsprechenden Schutzschirm könnte am Ende die Ukraine den Krieg verlieren», warnt er.

Luftabwehr-Schwachstelle muss schnellstens geschlossen werden

Ein umfassender Schutz gegen Angriffe aus der Luft ist aber nicht einfach so aufgebaut. Es braucht verschiedene Arten von Luftabwehr-Waffen, welche zentral gesteuert werden müssen, um effektiv zu sein.

patriot raketen
Ein Patriot-Raketensystem südlich von Tel Aviv in Israel. Ukraines-Präsident Wolodymyr Selenskyj bemüht sich derzeit darum, neue Munition für die Flugabwehrsysteme zu erhalten. - Keystone

Erst wenn sich verschiedene Systeme mit ihren unterschiedlichen Reichweiten überlappen, funktioniert der Schutzschild. Die Ukraine bräuchte also eine Art Abwehr-Verbund.

So müsste Kiew wichtige Objekte wie Führungseinrichtungen, Kraftwerke oder Staudämme mit stationierten Fliegerabwehrbatterien schützen, sagt Stahel.

Machen Ihnen die jüngsten Entwicklungen im Ukraine-Krieg Angst?

Es gelte jetzt, schnell zu reagieren. Stahel ist sicher, dass auch die Reise des britischen Verteidigungsministers nach Washington vordergründig mit dem Abwehr-Problem zusammenhängt. «Erst die Einführung eines solchen Verbundes wird den Schutz der Ukraine gegenüber Abstandswaffen und Drohnen garantieren.»

Weiterlesen

Wladimir Putin
35 Interaktionen
«Angespannt»
Ukraine-Krieg
82 Interaktionen
Russen melden
Ukraine-Krieg
446 Interaktionen
Sorgen wachsen

MEHR IN NEWS

engelberger
9 Interaktionen
In Basel
badi
1 Interaktionen
«Sitzen verboten!»
Altdorf UR
Altdorf UR
Bitcoin
Kryptomarkt

MEHR UKRAINE KRIEG

25 Interaktionen
Washington
Wladimir Putin
68 Interaktionen
Unter Druck
Odessa frachter
58 Interaktionen
Ukraine-Krieg
Feuerwehr Ukraine-Krieg
39 Interaktionen
Angriff

MEHR AUS UKRAINE

79 Interaktionen
Kiew
Wolodymyr Selenskyj
49 Interaktionen
Kiew
Wolodymyr Selenskyj
67 Interaktionen
Kiew/Moskau