Der ukrainische Journalist Maks Levin (†40) kam im Ukraine-Krieg im März ums Leben. Jetzt werden die erschreckenden Details zum Mord publik.
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Der Ukraine-Krieg forderte die Leben mehrerer Journalisten. Im Bild: Ein zerstörtes Gebäude im ukrainischen Hostomel, nahe der Hauptstadt Kiew, am 22. Juni 2022. - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • «Reporter ohne Grenzen» liefert Details zum Mord an Maks Levin (†40) im Ukraine-Krieg.
  • Der Journalist und sein Begleiter wurden am 13. März demnach exekutiert.
  • Die Untersuchenden stiessen am Tatort nahe Kiew zudem auf Hinweise auf Folter.

Am 13. März kamen der ukrainische Journalist Maks Levin (†40) und ein begleitender Soldat im Ukraine-Krieg ums Leben. Ersten Erkenntnissen zufolge wurden die beiden von russischen Streitkräften erschossen.

Eine Untersuchung von «Reporter ohne Grenzen» hat seither den Mord am Journalisten aufgearbeitet. In einem Bericht veröffentlicht die Organisation jetzt die erschreckenden Details.

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Der ukrainische Journalist Maks Levin und sein Begleiter wurden am 13. März im Ukraine-Krieg nahe Kiew exekutiert, berichtet die Menschenrechtsorganisation «Reporter ohne Grenzen». - Keystone

Während ihre Leichen erst anfangs April gefunden wurden, soll die Hinrichtung bereits am 13. März stattgefunden haben. Levin und sein Begleiter wurden in einem Wald nahe Kiew demzufolge brutal exekutiert. Die Beweise seien «eindeutig».

Hinweise auf Folter bei Ermordung von Maks Levin

Drei Tage zuvor habe Levin seine Drohne in besagtem Waldstück verloren. Vom Versuch, sie wiederzufinden, kehrten er und der ukrainische Soldat nicht mehr zurück.

«Maks wollte die letzten Bilder der Drohne unbedingt retten. Er hielt sie für besonders wichtig», berichtet Patrick Chauvel von «Reporter ohne Grenzen». Levins Auto befand sich noch immer am Tatort, wurde aber in Brand gesteckt.

Vor Ort fand man zudem Ausrüstungsgegenstände von russischen Soldaten, DNA-Spuren und gar Hinweise auf Folter.

Acht tote Journalisten im Ukraine-Krieg

«Die Analyse der Fotos vom Tatort, der vor Ort gemachten Beobachtungen und der gefundenen materiellen Beweise weisen eindeutig auf eine Hinrichtung hin, der möglicherweise Verhöre oder sogar Folterungen vorausgegangen sind», heisst es im Bericht weiter.

Levin und sein Begleiter hätten «ihren Kampf um verlässliche Informationen» mit dem Leben bezahlt. «Wir schulden ihnen die Wahrheit», wird Christoph Deloire, Generalsekretär von «Reporter ohne Grenzen» zitiert. «Und wir werden kämpfen, um diejenigen zu identifizieren und zu finden, die sie hingerichtet haben.»

Gemäss der Menschenrechtsorganisation wurden im Ukraine-Krieg bisher acht Journalisten getötet. Das letzte Opfer war der französische Videoreporter Frédéric Leclerc-Imhoff.

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