Regelmässig drohte Wladimir Putin im Ukraine-Krieg mit Nuklearwaffen – und plötzlich schweigt er. Dies könnte einem Experten zufolge mit China zu tun haben.
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Wladimir Putin (l) und Xi Jinping: China ist einer der wenigen Partner Russlands im Ukraine-Krieg. - keystone
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Das Wichtigste in Kürze

  • Putin drohte bis vor einigen Wochen regelmässig im Ukraine-Krieg mit Atomwaffen.
  • Das Verstummen der Drohungen könnten einem Experten zufolge mit China zusammenhängen.
  • Machthaber Xi Jinping hat sich bei Treffen zuletzt auf die Seite des Westens geschlagen.

Immer wieder hat Russlands Präsident Wladimir Putin im Ukraine-Krieg unverhohlen mit Atomwaffen gedroht. Bisher sind den Drohungen aber keine Taten gefolgt – im Gegenteil: Seit einigen Wochen sind sie verstummt.

Grund dafür könnte das verbündeten China sein, wie Asien-Experte Alexander Görlach bei «Focus» schreibt. Im November hatte sich Machthaber Xi Jinping mit Deutschlands Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) und US-Präsident Joe Biden getroffen.

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Chinas Machthaber Xi Jinping schüttelt US-Präsident Joe Biden am Rande des G20-Gipfels auf Bali die Hand. Die beiden Grossmächte verurteilen Russlands Atomdrohungen. - keystone

Dabei hat sich der chinesische Regierungschef auf die Seite des Westens geschlagen und sich gegen den Einsatz atomarer Waffen ausgesprochen. Ein starkes Signal – insbesondere, weil Peking Putin bisher beinahe bedingungslos unterstützt hat.

Ein Grund für den plötzlichen Kurswechsel: China versinkt nach der Aufhebung seiner strengen Corona-Massnahmen im Chaos. Zudem scheint Xis allumfassender Machtanspruch langsam zu bröckeln. Putins Atom-Drohungen dürften Pekings Distanzierung noch verstärkt haben, so Alexander Görlach.

China ist Russlands stärkster Verbündeter im Ukraine-Krieg

In China scheint man sich also vor dem Einsatz taktischer Atomwaffen zu fürchten. Insbesondere, weil die Länder Zentralasiens, die früher unter dem Einfluss der Sowjetunion standen, zum Schutz selbst nach Nuklearwaffen streben könnten.

Hinzu kommt, dass die Welt durch einen russischen Atomschlag in ein wirtschaftliches Chaos gestürzt würde. Das wiederum würde wohl Pro-Demokratie-Proteste in China befeuern. Xi Jinping dürfte dies alles andere als gefallen.

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Russlands Präsident Wladimir Putin nimmt virtuell an einer Zeremonie zur Einweihung eines Atom-Eisbrechers teil.
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Ein Foto einer ballistischen Interkontinentalrakete des Typs Yars im Rahmen einer russischen Atomübung. Wladimir Putin hat im Ukraine-Krieg immer wieder mit deren Einsatz gedroht.
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China-Machthaber und enger Verbündeter von Wladimir Putin, Xi Jinping, hat sich am G20-Gipfel in Bali Mitte November jedoch gegen den Einsatz nuklearer Waffen ausgesprochen.
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Kreml-Chef Wladimir Putin dürfte weiterhin von der Unterstützung Chinas profitieren.

Für einen Atomschlag müsste Putin Xi aber auf seiner Seite wissen – denn: In Zeiten des Ukraine-Kriegs ist China nicht nur einer der einzigen Verbündeten Russlands, sondern wohl auch der stärkste. Die Volksrepublik ist der wichtigste Wirtschaftspartner für Moskau, sowohl bei den Exporten als auch bei den Importen.

Glauben Sie, dass Putins Regime 2023 endet?

Um einen Atomschlag zu verhindern, könnte China dem Kreml hinter den Kulissen weiterhin Unterstützung bieten, glaubt der Experte. Angeblich sollen Waffen, die Nordkorea nach Russland liefert, aus der Volksrepublik kommen. Handfeste Belege dafür gebe es aber nicht, schreibt Görlach.

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