Der Brite Andrew Hill, der als Fremdenlegionär im Ukraine-Krieg kämpfte, wurde von den Russen gefoltert. Er wurde freigelassen – und will zurück an die Front.
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Ukraine-Krieg: Hier soll gemäss dem russischen Verteidigungsministerium der Brite Andrew Hill zu sehen sein. - Russisches Verteidigungsministerium
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Das Wichtigste in Kürze

  • In der Fremdenlegion der Ukraine kämpfen ausländische Freiwillige gegen Putins Truppen.
  • Der Brite Andrew Hill wurde gefangen genommen und kam erst kürzlich frei.
  • Er bereut nichts – und will schnellstmöglich zurück in den Krieg, sagt er jetzt.

Nur drei Tage nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine am 24. Februar gründete die Selenskyj-Regierung die Internationale Legion der Territorialverteidigung. Sie gab Ausländern eine Möglichkeit, im Ukraine-Krieg gegen Putins Truppen in den Kampf zu ziehen.

Unter den Freiwilligen war auch der Brite Andrew Hill. Der 36-Jährige wurde aber von den Russen gefangen, gefoltert und im TV vorgeführt. Bei einem Gefangenentausch im letzten Monat kam er frei und wurde nach London geflogen.

Doch: Nun will er zurück an die Front!

«Ich will in Ukraine-Krieg zurückgehen und kämpfen»

Gegenüber der britischen «Sun» sagte Hill am Wochenende, dass er noch gar nicht zuhause angekommen sei. «Ich habe mich noch gar nicht eingewöhnt, mein Kopf ist noch immer dort.»

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Ukrainische Truppen haben das Gebiet Charkiw von Russland zurückerobert. Kostiantyn Liberov/AP/dpa
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Charkiw ist im Ukraine-Krieg stark beschädigt worden.
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Durch den schnellen Rückzug haben Russen viel Munition in Charkiw zurückgelassen.
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Das ukrainische Charkiw liegt in Trümmern.
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Ein ukrainischer Soldat hilft einem verwundeten Kameraden in dem befreiten Gebiet in der Region Charkiw. Kostiantyn Liberov/AP/dpa

Er sei froh, dass er in den Ukraine-Krieg gegangen sei. «Es war das Richtige, und ich bereue es überhaupt nicht», so der Gerüstbauer.

«Ich will immer noch zurückgehen und kämpfen. Ich fühle mich der Ukraine sehr verbunden und möchte auf jede erdenkliche Weise helfen. Aber mein Team hat gesagt, dass ich die nächste Runde aussetzen soll.»

Gefangen und gefoltert

Hill war einer der ersten Ausländer, der sich der Fremdenlegion anschloss. Der britische Ex-Soldat kämpfte im Ukraine-Krieg an der Front, unter anderem in Butscha. Bei einer Mission in Oleksandrivka bei Kherson traf eine Kugel seinen Arm und er wurde gefangen genommen.

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Danach begann gemäss seinen Angaben eine Odyssee durch verschiedene Gefangenenlager in Donezk. Er sei regelmässig geschlagen worden, so Hill.

Im russischen Fernsehen wurden mehrere Beiträge über ihn ausgestrahlt, die ihn als Monster darstellten. Zudem forderten die Soldaten über sein Handy im Austausch gegen sein Leben Lösegeld von seinen Verwandten.

Im Rahmen des von Saudi-Arabien und dem ehemaligen Chelsea-Eigentümer Roman Abramowitsch organisierten Gefangenenaustauschs wurde Hill schliesslich freigelassen. Spezialisten rechnen damit, dass es bis zu zwei Jahre dauern könnte, bis seine Verletzungen verheilt sind.

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