Tram-Unfall: «Sicherheitsmechanismus hätte eingreifen müssen»
Der Fahrer des Mailänder Unfalltrams erklärt, er habe sich unwohl gefühlt. Ein Experte sagt, dann hätte ein Sicherheitsmechanismus eingreifen müssen.
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Das Wichtigste in Kürze
- Beim Tram-Unfall in Mailand starben zwei Personen, über 50 wurden verletzt.
- Der Tram-Fahrer gab an, er habe sich unwohl gefühlt.
- Laut einem Experten hätte ein Sicherheitsmechanismus das Tram stoppen müssen.
Nach dem schweren Tram-Unfall in Mailand mit zwei Toten und über 50 Verletzten stellen sich viele Fragen. Die Bahn der Nummer 9 fuhr am Freitagnachmittag mit hoher Geschwindigkeit über eine falsch gestellte Weiche. Sie entgleiste und prallte gegen ein Gebäude. Bereits zuvor wurde eine Station ausgelassen.
Wie italienische Medien berichten, wurde der Chauffeur leicht verletzt und in ein Spital gebracht. Er wurde bereits von der Polizei befragt und sagte, dass ihm vor dem Unfall unwohl gewesen sei. «Mir war schlecht.»
Folglich wird darüber spekuliert, dass er einen Schwächeanfall erlitten haben könnte. Beim Fahrer handelte es sich um einen sehr erfahrenen Chauffeur. Zum Zeitpunkt des Unfalls war er erst seit einer Stunde im Dienst.
In der TV-Sendung «Quarto Grado» äusserte sich Dario Ballotta, Präsident der Verkehrsbeobachtungsstelle, zum Unfall. «Wenn ein Unwohlsein vorhanden war, hätte ein Sicherheitsmechanismus eingreifen müssen. Wenn es kein Signal gibt, dass der Fahrer den Fahraktivitäten nachgeht, hält das Tram an. Warum hat es hier nicht angehalten?»
Das Verpassen der Haltestelle hätte den Mechanismus auslösen müssen, so Ballotta. Zudem sei die Geschwindigkeit für die nach links gerichtete Weiche zu hoch gewesen. Auch das könnte das System eigentlich bemerken.
Nach dem Unfall wurde dem Fahrer, wie in solchen Fällen üblich, Blut für Drogen- und Alkoholtests abgenommen. Die Staatsanwaltschaft leitete Ermittlungen wegen fahrlässiger Tötung und Körperverletzung ein.
Beim Tram handelte es sich um ein Fahrzeug des Thurgauer Zugbauers Stadler, das in Valencia hergestellt worden ist. Erst vor einer Woche wurde es in Betrieb genommen. Stadler bestätigte, dass es sich um eines seiner Fahrzeuge handelte. Man stehe mit der Betreiberin im Austausch und unterstütze sie bei der Ursachenanalyse.















