Technische Universität Nürnberg startet früher

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    Sie gilt als Vorzeigeprojekt des bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder: Die Technische Universität Nürnberg. Ursprünglich war die Aufnahme des Hochschulbetriebs für 2025 geplant. Doch nun kann es eher losgehen.

    Die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg sieht die Eröffnung der Technischen Universität Nürnberg skeptisch. Sie befürchtet inhaltliche Überschneidungen. Foto: Daniel Karmann/dpa
    Die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg sieht die Eröffnung der Technischen Universität Nürnberg skeptisch. Sie befürchtet inhaltliche Überschneidungen. Foto: Daniel Karmann/dpa - dpa-infocom GmbH

    Das Wichtigste in Kürze

    • An der geplanten Technischen Universität Nürnberg (TUN) sollen Studierende schon vom Wintersemester 2023/24 an ihre Masterstudiengänge belegen können.

    Das gab das bayerische Kabinett bekannt.

    Erste Online-Angebote sowie der Forschungsbetrieb sollen bereits im kommenden Jahr in Nürnberg starten. Ursprünglich war der Studienbeginn für 2025 vorgesehen. Die Kosten für den Aufbau der neuen Einrichtungen werden derzeit mit 1,2 Milliarden Euro veranschlagt.

    Das Prestigeprojekt, das von dem aus Nürnberg stammenden Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU) vorangetrieben wird, ist in Wissenschaftskreisen umstritten. In Nürnberg ist mit der Technischen Hochschule bereits eine ähnlich gelagerte Einrichtung angesiedelt; auch die nur wenige Kilometer entfernte Friedrich-Alexander-Universität in Erlangen befürchtet inhaltliche Überschneidungen.

    Nach Angaben der Staatsregierung wird die TUN die zehnte staatliche Universität in Bayern. Das Konzept sieht vorwiegend englischsprachige Lehrveranstaltungen sowie streng fächerübergreifende Studiengänge vor, die Geistes- und Naturwissenschaften koppeln sollen.

    Die bayerischen Grünen kritisierten die Hochschulpolitik der Staatsregierung. Es sei zwar erfreulich, dass Nürnberg hochschulpolitisch gestärkt werde und die neue Universität zum Vorreiter der Digitalisierung werden könne. «Dennoch sehen wir mit Sorge, dass die versprochenen 1,5 Milliarden Euro für die Sanierung der FAU Erlangen bislang noch reine Luftschlösser sind», heisst es in einer Stellungnahme. Bei den bayerischen Hochschulen bestehe ein Sanierungsstau von fünf Milliarden Euro. «Da nützen die ganzen Leuchttürme nichts, wenn andernorts überall die Schiffe zerschellen», sagte die hochschulpolitische Sprecherin der Landtags-Grünen, Verena Osgyan.

    Wissenschaftsminister Bernd Sibler (CSU) betonte, man müsse das Eine tun und dürfe das Andere nicht lassen. Für die Universität Erlangen seien erst in den vergangenen Wochen wichtige Projekte vorangebracht worden. «Das positive Votum des Wissenschaftsrats bestätigt uns darin, die TUN als Universität mit Modellcharakter für ganz Deutschland zu verwirklichen», erklärte Sibler.

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