Tausende ziehen bei Regenbogenparade durch Bratislava

    Mehrere Tausend Menschen haben bei der diesjährigen Regenbogenparade in Bratislava gegen Verschlechterungen für sexuelle Minderheiten demonstriert.

    prignitz
    Eine Regenbogen-Fahne weht im Wind. (Symbolbild) - Keystone

    Nach Schätzung der Organisatoren marschierten rund zehntausend Menschen beim «Regenbogen-Pride Bratislava» (Duhovy Pride Bratislava) durch die Innenstadt der slowakischen Hauptstadt und feierten gemeinsam bei der Abschlusskundgebung auf dem Freiheitsplatz vor dem Regierungsamt.

    Wie in den Jahren zuvor fand am selben Tag auch eine Kundgebung «Stolz auf die Familie» für das traditionelle Familienmodell aus Vater, Mutter und Kindern statt, zu dem christlich-konservative und rechtsextreme Organisationen aufgerufen hatten. Daran nahmen einige Hundert Menschen teil.

    Das Motto der Pride-Parade lautete dieses Jahr «Unser Mut ist stärker als der Hass». Organisationssprecherin Aneta Andrascikova begründete das gegenüber dem öffentlich-rechtlichen Fernsehen STVR mit den Worten: «In der Slowakei als LGBT+-Menschen zu leben, verlangt noch immer eine grosse Dosis Entschlossenheit». Kundgebungsteilnehmer trugen neben Regenbogenfahnen auch Transparente, die vor einem drohenden Rückschritt bei der Gleichberechtigung warnten.

    Die Regierungsmehrheit aus Linksnationalen und Rechtspopulisten hat mit Unterstützung eines konservativeren Teils der Opposition zuletzt mehrere Gesetzes- und Verfassungsänderungen durchgesetzt, die eine Anerkennung oder gar Gleichstellung von gleichgeschlechtlichen Partnerschaften erschweren sollen.

    So ist seit dem vergangenen Jahr eine Bestimmung in den Verfassungsrang gehoben, mit der die Adoption von Kindern ausschliesslich Ehepartnern vorbehalten ist. Dass nur ein Mann und eine Frau eine Ehe eingehen können, wurde schon früher in die Verfassung aufgenommen.

    Der linksnationale Ministerpräsident Robert Fico hat zudem angekündigt, seine Regierung wolle mit weiteren Gesetzesverschärfungen verhindern, dass im Ausland geschlossene gleichgeschlechtliche Ehen auch in der Slowakei eingetragen werden können. Dafür will er auch Konflikte mit der EU in Kauf nehmen.

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    Kommentare

    User #2256 (nicht angemeldet)

    Komisch das man mit Party die der Steuerzahler Finanzieren muss, sich nicht gerade beliebt macht--- Statt Geld das man selber an Party ausgibt, in veränderungen zu stecken--- Aber dan hätte man politisch ja kaum noch Motivation---

    User #3782 (nicht angemeldet)

    ich bin links und definiere mich über eine flagge, obschon ich das anderen immer verbieten will.

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