Tausende Leibesvisitationen bei Minderjährigen in England

    DPA
    DPA

    Grossbritannien,

    Tausende minderjährige Kinder wurden in England und Wales von der Polizei auf Drogen und Waffen durchsucht.

    Der britischen Polizei wird immer wieder vorgeworfen, schwarze Menschen schärfer zu kontrollieren. (Archivbild)
    Der britischen Polizei wird immer wieder vorgeworfen, schwarze Menschen schärfer zu kontrollieren. (Archivbild) - James Speakman/PA Wire/dpa

    «Strip searches» stehen in Grossbritannien in der Kritik: Dabei werden auch Minderjährige von der Polizei im Intimbereich auf Drogen und Waffen kontrolliert. Die Kinderschutzbeauftragte nennt Zahlen.

    Tausende Minderjährige sind in England und Wales mit intimen Leibesvisitationen auf Drogen und Waffen durchsucht worden. Zwischen Januar 2018 und Juni 2023 nahm die Polizei insgesamt 3368 «strip searches» vor, wie die britische Kinderschutzbeauftragte Rachel de Souza mitteilte.

    Sie forderte schärfere Vorgaben. «Bevor ein Kind einer erniedrigenden und traumatisierenden Durchsuchung unterzogen wird, sollte eine viel höhere Schwelle überschritten werden», sagte de Souza. «Zu viele Leibesvisitationen sind unnötig, unsicher und werden nicht ausreichend gemeldet.»

    Vorschläge für neue Richtlinien sehen vor, dass nur ranghöhere Beamte eine Durchsuchung anordnen dürfen. Ausserdem soll demnach verpflichtend ein Elternteil oder Erziehungsberechtigter informiert werden.

    Schülerin während Periode kontrolliert

    Die «strip searches» stehen zunehmend in der Kritik, seitdem Polizisten eine schwarze Schülerin während ihrer Periode aus einer Prüfung holten, um sie auf Rauschgift zu durchsuchen. Dabei wurde nichts gefunden. Die Behörde entschuldigte sich.

    Zwar sank die Zahl der Kontrollen zuletzt. Allerdings habe mehr als die Hälfte keine weiteren Massnahmen nach sich gezogen, sagte de Souza. Es wurde also nichts gefunden.

    Diese Statistik stelle die Notwendigkeit einer derart tiefgreifenden Durchsuchung grundsätzlich infrage, betonte die Kinderschutzbeauftragte. Zudem bereite die unverhältnismässig hohe Zahl von Durchsuchungen schwarzer Kinder Sorgen. Demnach war es viermal wahrscheinlicher, dass ein schwarzer Minderjähriger kontrolliert wird als ein weisser.

    Verdacht auf Drogenbesitz und Waffen

    In fast neun von zehn Fällen ging es um den Verdacht auf Drogenbesitz, in sechs Prozent um Waffen. Bei weniger als der Hälfte der Leibesvisitationen war ein verantwortlicher Erwachsener zugegen, also ein Elternteil, eine Lehrkraft oder ein Sozialarbeiter.

    Durchsucht wurden auch Kinder, die erst acht Jahre alt waren. In England beginnt die Strafmündigkeit im Alter von zehn Jahren.

    Mehr zum Thema:

    Kommentare

    User #3314 (nicht angemeldet)

    Good old England ist nur noch Literatur. Der Alltag ist ewiger Nebel. Das gilt vorallem für die Stadtbewohner.

    User #5710 (nicht angemeldet)

    Die Zeit der unbewaffneten, hilfsbereiten Bobbys scheint vorbei!

    Weiterlesen

    Drohnen verkehr überwachung
    37 Interaktionen
    Kontrolle von oben!
    Blinde Seniorin: «Habe mich an E-Trottis schon verletzt»
    21 Interaktionen
    Zürich

    MEHR IN NEWS

    Betrug, Geldwäsche
    SMI Aktien
    Wochenplus
    Oensingen SO
    Oensingen SO

    MEHR AUS GROSSBRITANNIEN

    ubs
    226 Interaktionen
    Wegzug-Gerüchte
    Premier League Fussball Schulden
    20 Interaktionen
    Finanzieller Ruin
    Prinz Harry
    256 Interaktionen
    In England