Auch die Briten buhlen um die UBS
Rund um die UBS kommt es immer wieder zu Wegzug-Gerüchten. Auch Grossbritannien soll um die Grossbank buhlen.

Das Wichtigste in Kürze
- Die britische Regierung wollte die UBS offenbar nach London locken.
- Rund 8000 UBS-Mitarbeitende arbeiten bereits in Grossbritannien.
- Wegen strengerer Eigenkapitalregeln prüft die UBS offenbar einen möglichen Wegzug aus der Schweiz, wobei die USA wahrscheinlicher sind als London.
Die Schweizer Grossbank UBS steht unter Druck.
In der Schweiz sollen strengere Eigenkapitalvorschriften eingeführt werden. Diese Regeln betreffen Banken, die für das Finanzsystem unverzichtbar sind – sogenannte systemrelevante Banken. Immer wieder wird deshalb spekuliert, ob die UBS die Schweiz verlassen könnte.
Nun berichtet die «Financial Times», dass die britische Labour-Regierung versucht haben soll, die UBS nach London zu locken. Die Zeitung beruft sich dabei auf Personen, die mit den Gesprächen vertraut sind.

Demnach soll die damalige britische Finanzministerin Rachel Reeves das Gespräch mit UBS-Verwaltungsratspräsident Colm Kelleher gesucht haben. Reeves war von 2024 bis 2026 Finanzministerin.
In diesen Gesprächen soll es um eine Verlegung des UBS-Hauptsitzes nach Grossbritannien gegangen sein. Auch eine Börsenkotierung in London stand offenbar zur Debatte. Keine der beteiligten Parteien hat sich gegenüber der «Financial Times» dazu geäussert.
8000 Stellen in Grossbritannien
Die UBS ist in Grossbritannien bereits heute stark verankert. Rund 8000 Angestellte arbeiten dort für die Schweizer Grossbank. Laut «Financial Times» wäre die UBS mit einem Standortwechsel nach London das viertgrösste Unternehmen im britischen Leitindex FTSE 100.
Branchenbeobachter halten einen Wechsel in die USA allerdings für deutlich wahrscheinlicher. Sollte die UBS die Schweiz tatsächlich verlassen, deuten viele Zeichen eher in Richtung Amerika. Ein Wechsel nach London gilt als weniger realistisch.
Die strengeren Kapitalvorschriften in der Schweiz sind eine direkte Folge der Credit-Suisse-Krise. Damals musste die UBS die angeschlagene Credit Suisse übernehmen. Als Reaktion darauf will der Schweizer Gesetzgeber sicherstellen, dass Grossbanken künftig mehr Eigenkapital halten müssen.
UBS erarbeitet Notfallpläne
Das «Wall Street Journal» berichtet, dass die UBS bereits Notfallpläne für einen möglichen Wegzug aus der Schweiz ausarbeitet. Diese Pläne sind eine Reaktion auf die drohenden neuen Kapitalvorschriften. Die UBS lehnt diese Vorgaben klar ab.
Die Bank bezeichnet die Vorschriften als «unverhältnismässig» und «wettbewerbsschwächend». Sie befürchtet, im internationalen Vergleich benachteiligt zu werden. Andere Grossbanken in anderen Ländern müssten demnach weniger strengen Regeln folgen.
Zu den diskutierten Szenarien gehören laut «Wall Street Journal» mehrere Optionen. Eine Möglichkeit wäre die Übernahme eines US-Finanzinstituts mit anschliessender Verlegung des Hauptsitzes in die USA.
Auch eine Fusion mit einem europäischen Konkurrenten oder ein Verkauf an eine US-Bank stehen offenbar im Raum. Gleichzeitig betont die UBS, dass ein Verbleib in der Schweiz sowohl für die Schweizer Wirtschaft als auch für die Aktionäre sinnvoll sei.
















