Täter von Modena (I) soll schizoid sein – kein Extremist

Riccardo Schmidlin
Riccardo Schmidlin

Italien,

In der norditalienischen Stadt Modena ist am Samstag ein Mann mit einem Auto in eine Gruppe von Fussgängern gefahren. Was man über den Täter weiss.

Modena
Acht Personen wurden durch die Fahrt in die Menschenmenge in Modena (I) verletzt. - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein Mann fuhr in Italien in eine Menschenmenge. Acht Personen wurden verletzt.
  • Das Motiv ist unklar. Ermittlungen zur Tat laufen.
  • Der mutmassliche Täter soll eine Persönlichkeitsstörung haben.

Ein Mann ist in der norditalienischen Stadt Modena mit einem Auto in eine Fussgängerzone gefahren. Dabei wurden mindestens acht Personen verletzt, darunter auch eine deutsche Touristin.

Der Fahrer heisst Salim El Koudri und ist 31 Jahre alt. Er wurde in der Provinz Bergamo geboren, lebte aber zuletzt in Ravarino, einem Ort rund 15 Kilometer nordöstlich von Modena. Das berichtet «Il Sole 24 Ore».

El Koudri fuhr mit einem Citroën C3 auf den Gehsteig einer Einkaufsstrasse. Er erfasste dabei mehrere Passanten. Die Ermittlungsbehörden haben ihn festgenommen und befragen ihn derzeit auf dem Polizeipräsidium.

Nach ersten Informationen war El Koudri den Behörden bisher nicht bekannt. Er hatte keinerlei Vorstrafen und galt nicht als polizeilich auffällig. Er hat einen Universitätsabschluss in Wirtschaftswissenschaften. Zuletzt war er auf Jobsuche.

Ermittler suchen nach einem Motiv

Laut Medienberichten soll El Koudri wegen psychischer Probleme in Behandlung gewesen sein. Die Ermittler arbeiten mit dem Gesundheitsdienst der Region Modena zusammen. Gemeinsam versuchen sie, seine Krankengeschichte zu rekonstruieren.

Die Ermittler gehen von einer schweren psychischen Instabilität als möglichem Hintergrund aus.

El Koudri soll im Jahr 2022 wegen «schizoider Störungen» an eine psychiatrische Einrichtung überwiesen worden sein. Dann soll er aber «spurlos verschwunden» sein.

El Koudri ist italienischer Staatsbürger mit marokkanischen Wurzeln.

Nach bisherigen Erkenntnissen aus dem laufenden Verhör und einer Hausdurchsuchung in Ravarino gibt es keine Hinweise auf religiöse Radikalisierung. Verbindungen zu extremistischen Gruppen wurden ebenfalls keine gefunden.

Bislang bleibt unklar, ob es konkrete Ereignisse gab, die ihn zu der Tat veranlasst haben könnten.

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