Herziger See-Elefant: Fan-Liebe könnte Internet-Star den Tod bringen
Der See-Elefant «Neil the Seal» wurde bei seinen Landgängen in Australien zum Internet-Star. Nun könnte ihm die Beliebtheit zum Verhängnis werden.

Das Wichtigste in Kürze
- «Neil the Seal» ist in seiner Heimat Australien ein Social-Media-Star.
- Der See-Elefant besucht immer wieder das Land und sorgt dabei für Jöööh-Alarm.
- Nur: Seine Popularität könnte Neil vielleicht den Tod bringen.
Er drückt Zäune um, schiebt Verkehrspoller durch die Gegend und schläft gern mitten auf der Strasse: Der rund eine Tonne schwere See-Elefant Neil ist in Australien ein ebenso tapsiger wie berüchtigter Social-Media-Star.
Fotos und Videos von «Neil the Seal», auf denen er mit Kulleraugen in die Kameras blickt, gehen gerade wieder viral. Doch der Hype um den rund fünf Jahre alten Meeressäuger könnte ihm zum Verhängnis werden.
Die Behörden in Tasmanien warnen, grosse Wildtiere müssten im Extremfall eingeschläfert werden. Das, wenn Menschen ihnen zu nahe kommen und dadurch ein unbeherrschbares Sicherheitsrisiko entsteht.
See-Elefant ist ein Star auf Social Media
Tausende Tierfreunde haben seither eine Petition zum Schutz Neils unterzeichnet. Sie wollen nicht, dass den See-Elefanten dieses Schicksal ereilt.
Doch wie ist Neil überhaupt zum Social-Media-Star avanciert?

Der Bulle wurde im Oktober 2020 in der Nähe der tasmanischen Hauptstadt Hobart geboren. Anders als die meisten Artgenossen, die auf subantarktischen Inseln leben, kehrt Neil seit Jahren regelmässig in Küstenorte Tasmaniens zurück.
Neil landet so immer wieder mitten in Wohngebieten. Mehrmals im Jahr kommt er an Land, um sich auszuruhen oder sein Fell zu wechseln.
Menschen kommen Neil für Selfies zu nahe
Dabei sorgt der junge See-Elefant gerade wieder für viel Aufsehen, wenn er etwa Absperrungen beiseiteschiebt. Oder, wenn er sich auf dem Asphalt ausruht und den Verkehr zum Erliegen bringt.
Übrigens: See-Elefanten sind die grösste Robbenart der Welt. Sie können bis zu 4000 Kilogramm schwer werden. Wie viele Kilogramm Neil auf die Waage bringt, ist nicht überliefert.
Millionen Menschen haben bereits Videos von Neil geklickt. Genau diese Popularität bereitet den Behörden Sorgen: Immer wieder kämen Schaulustige bis auf wenige Meter heran.
Dabei würden Selfies gemacht. Einige würden sogar kleine Kinder für Fotos neben den Meeressäuger stellen, erklärt die tasmanische Naturschutzbehörde.
See-Elefanten können gefährlich werden
Das Problem dabei: «Neil ist ein grosses Raubtier aus dem Meer», zitierte der australische «Guardian» den Wildtierexperten Kris Carlyon.
Das gewaltige Tier könne zwar friedlich wirken, sei aber durchaus in der Lage, einen Menschen schwer zu verletzen.

Es bestehe die reale Gefahr, dass Neil «im Grunde zu Tode geliebt» werde, warnt Wildtierexperte Carlyon.
Denn: Auch in anderen Ländern hätten grosse, potenziell gefährliche Tiere bereits eingeschläfert werden müssen. Das, weil das Verhalten der Menschen zu einem nicht mehr beherrschbaren Sicherheitsrisiko geführt habe.
«Neil hat es nicht verdient, zu sterben»
Die ins Leben gerufene Petition fordert die Behörden hingegen auf, eine Tötung des Tieres kategorisch auszuschliessen. Stattdessen verlangen die Initiatoren Schutzzonen als Ruheplatz für den Meeressäuger und Geldstrafen für Menschen, die ihn bedrängen.
Innerhalb von zwei Tagen kamen bereits fast 7000 Unterschriften zusammen. «Neil hat es nicht verdient, zu sterben», so die Meinung im Internet. «Nur weil er an seinen Geburtsort zurückkehrt und dabei seinem natürlichen Instinkt folgt.»

Die Naturschutzbehörde betonte zur Erleichterung vieler, dass eine Einschläferung derzeit nicht geplant sei. Sie rief alle Fans dazu auf, mindestens 20 Meter Abstand zu halten, Hunde mindestens 50 Meter fernzuhalten.
Neil solle zudem weder gefüttert noch angefasst werden. Nur so lasse sich verhindern, dass Australiens berühmtester See-Elefant zum Opfer seiner Beliebtheit wird.
















