Die radikalislamischen Taliban haben Journalisten mit Schlägen an der Berichterstattung über eine Frauenrechtsdemonstration in der afghanischen Hauptstadt Kabul gehindert.
Demonstrantinnen in Kabul (im Hintergrund)
Demonstrantinnen in Kabul (im Hintergrund) - AFP

Das Wichtigste in Kürze

  • Frauen fordern Rückkehrrecht für Arbeit und Schulen.

Wie Reporter der Nachrichtenagentur AFP berichteten, schlugen Taliban-Kämpfer am Donnerstag unter anderem mit dem Gewehrkolben auf einen ausländischen Fotografen ein, als dieser den Protestmarsch begleiten wollte. Mindestens zwei weitere Journalisten erlitten Faustschläge und Tritte, als sie bereits wegliefen.

Die Journalisten hatten über den Protest von etwa 20 Frauen berichten wollen, die auf Plakaten ihr Recht auf Studium und Arbeit einforderten. Sahra Mohammadi, eine der Organisatorinnen des Protests, sagte der AFP: «Die Situation ist so, dass die Taliban nichts respektieren: weder Journalisten - ausländische und einheimische - noch Frauen».

«Habt keine Angst vor den Taliban, auch wenn eure Familie euch nicht erlaubt, euer Haus zu verlassen», rief Mohammadi den Frauen zu. «Geht hinaus, bringt Opfer, kämpft für eure Rechte».

Seit der Machtübernahme der Taliban im August haben Frauen immer wieder Proteste organisiert, um auf ihre Situation unter der islamistischen Herrschaft aufmerksam zu machen. Die Kämpfer gehen jedoch regelmässig gewaltsam dagegen vor. Trotz Beteuerungen der neuen Machthaber, die Rechte von Frauen zu achten, dürfen Mädchen in Afghanistan vielerorts immer noch nicht in die Schulen zurück. Auch viele Frauen dürfen nach wie vor nicht an den Arbeitsplatz zurückkehren.

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