Nach ihrer gewaltsamen Eroberung von Afghanistan fordern die Taliban die internationale Gemeinschaft nun zur Zusammenarbeit auf.
Taliban-Sprecher
Taliban-Sprecher Sabiullah Mudschahid am 17. August bei seiner ersten Pressekonferenz in Kabul. - dpa-infocom GmbH

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Taliban haben Afghanistan innerhalb kürzester Zeit gewaltsam eingenommen.
  • «Die Welt sollte mit uns zusammenarbeiten», lässt ein Taliban-Sprecher nun verlauten.
  • Er spricht von voller Sicherheit und Transparenz bei allfälligen Hilfeleistungen.

Die Taliban haben die Macht in Afghanistan erobert. Doch das Land leidet unter den Folgen jahrelanger Kriege. Nun hoffen die Islamisten auf Hilfe von aussen. Anlässlich der Afghanistan-Geberkonferenz in Genf haben die Taliban die internationale Gemeinschaft zur Kooperation aufgefordert.

«Die Welt sollte mit uns zusammenarbeiten», sagte Taliban-Sprecher Sabiullah Mudschahid der Deutschen Presse-Agentur. «Die Sicherheit im Land wurde aufrechterhalten, und die Menschen sind in wirtschaftlichen Schwierigkeiten, Lebensmittel sind knapp, Medikamente sind knapp.»

Afghanistan ist nach der Machtübernahme der militant-islamistischen Taliban vor knapp einem Monat nach Jahrzehnten Krieg und Konflikt auf Unterstützung angewiesen. Viele Staaten wollen Hilfslieferungen an Bedingungen knüpfen. Beobachter befürchten, dass die militante Gruppe, trotz aller Hoffnungen auf einen gemässigteren Kurs, wieder mit harter Hand regiert.

Mudschahid versprach Sicherheit für Hilfsorganisationen. «Das Islamische Emirat garantiert in vollem Umfang, dass alle Hilfsgüter auf transparente und sichere Weise bereitgestellt werden», so der Sprecher. «Wir bieten ihnen (den Hilfsorganisationen) Sicherheit und sorgen für Transparenz. Wir werden keine Korruption bei der Bereitstellung von Hilfe und Hilfsleistungen zulassen.»

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