Supermarkt-Angestellter überfiel eigene Filialen: Vier Jahre Haft
Ein Österreicher überfiel Filialen der Supermarkt-Kette, für die er arbeitete. Dabei bedrohte er die Angestellten und fesselte sie in zwei Fällen sogar.

Das Wichtigste in Kürze
- Ein Österreicher raubte die Supermarktkette, für die er arbeitete, aus.
- Er nutzte «Insider-Wissen» und bedrohte die Angestellten mit einer echt wirkenden Waffe.
- Er erbeutete 42'000 Euro und muss nun vier Jahre hinter Gitter.
Ein ehemaliger Supermarkt-Angestellter, der seine eigenen Filialen überfallen hatte, ist am Mittwoch am Wiener Landesgericht zu einer vierjährigen Freiheitsstrafe verurteilt worden. Akute Geldnot hätte den bisher Unbescholtenen zu insgesamt fünf Raubüberfällen verleitet, meinte sein Verteidiger. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.
Der 30-Jährige akzeptierte die Strafe, die Staatsanwältin gab vorerst keine Erklärung ab.
Der Angeklagte war früher als Kassier in einer Supermarkt-Filiale in Wien-Meidling beschäftigt. Später arbeitete er bei derselben Kette als stellvertretender Filialleiter in Wien-Donaustadt. 2023 raubte er in diesen zwei Filialen und in zwei weiteren Zweigstellen jeweils die Tageseinnahmen. Dafür liess er sich bei Geschäftsschluss im Laden einsperren und wartete in einem Versteck, bis die Angestellten den Tag abrechneten.
War es so weit, trat er jeweils maskiert und mit einer täuschend echt aussehenden Air-Soft-Waffe auf den Plan. Er verlangte Geld, wobei er den Angestellten mit dem Erschiessen drohte und sie mit Kabelbindern fesselte.
Dieb fesselte Angestellte
Bei den vier Coups, die er zwischen 11. Februar und 21. Dezember 2023 verübte, erbeutete der Mann insgesamt 42'000 Euro.
Zimperlich ging er dabei nicht vor. In einem Fall zwang er zwei weibliche Angestellte auf die Knie, nachdem er die Waffe gegen ihre Körper gerichtet hatte, und fesselte ihnen dann die Hände auf den Rücken. Einen männlichen Angestellten liess er hilflos an Händen und Füssen gefesselt am Boden liegen und flüchtete mit seiner Beute.
Staatsanwältin verwies auf «Insider-Wissen»
«Als ehemaliger Mitarbeiter war er mit den Örtlichkeiten vertraut. Er hatte Insider-Wissen», betonte die Staatsanwältin. So hätte der Mann nach dem An-sich-Bringen von Bargeld stets nach sogenannten Safe-Bag-Säcken verlangt beziehungsweise gewusst, wo sich diese befanden. Darin verstaute er die Beute, um beim Verlassen der Geschäfte nicht aufzufallen.
«Ich bekenne mich schuldig», zeigte sich der 30-Jährige umfänglich geständig, «mein Motiv waren meine Schulden. Privatschulden und Mietrückstände.» Er habe Angst gehabt, seine Wohnung zu verlieren. Ausserdem hätte ihn eine Scheidung recht viel Geld gekostet.





















