Der G7-Gipfel werde keine Berge versetzen, dämpft Kanzler Scholz die Erwartungen. Trotzdem rechnet er mit einigen wichtigen Entscheidungen. Es geht um Klimaschutz, Hungersnot, Inflation und die Ukraine.
Das G7-Logo ist auf dem Ärmel eines Polizisten zu sehen.
Das G7-Logo ist auf dem Ärmel eines Polizisten zu sehen. - Philipp von Ditfurth/dpa
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Das Wichtigste in Kürze

  • Mit Beratungen über die weltwirtschaftliche Lage und Sicherheitspolitik beginnt heute unter Leitung von Bundeskanzler Olaf Scholz der G7-Gipfel demokratischer Wirtschaftsmächte.

Vor der Auftaktsitzung auf Schloss Elmau in den bayerischen Alpen spricht Scholz mit US-Präsident Joe Biden, der bereits in der Nacht am Tagungsort eintraf. Es ist der erste Deutschlandbesuch Bidens seit seinem Amtsantritt Anfang 2021.

Bei dem Gipfel wird sich vieles um den Ukraine-Krieg und seine Folgen drehen. Die G7-Staaten dürften dem von Russland angegriffenen Land erneut Unterstützung zusichern, solange sie nötig ist. Konkrete Finanzzusagen werden im Kampf gegen die Hungersnot erwartet, die vor allem in Ostafrika herrscht und sich angesichts steigender Getreidepreise im Zuge des Krieges noch verschärft. Auch die hohen Energiepreise werden Thema in Elmau sein, und natürlich der Klimaschutz.

Die Teilnehmer

Zur G7 gehören sieben der wirtschaftsstärksten Demokratien der Welt: Deutschland, die USA, Frankreich, Grossbritannien, Italien, Kanada und Japan. Ausserdem nehmen an dem Gipfel EU-Ratspräsident Charles Michel und Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen teil. Scholz hat auch fünf Gastländer eingeladen - Demokratien aus Asien, Afrika und Südamerika: Indien, Indonesien, Südafrika, Senegal und Argentinien. «Unser Verständnis von Demokratie greift zu kurz, wenn wir uns nur auf den klassischen Westen konzentrieren», sagt Scholz zur Begründung.

Der Veranstaltungsort

Der Gipfel findet in einem zum Fünf-Sterne-Hotel umgebauten Schloss im bayerischen Wettersteingebirge statt. Wegen seiner Abgeschiedenheit auf rund 1000 Metern Höhe nahe der Grenze zu Österreich gilt das Hotel als idealer Ort für ein solches Treffen. Das Gelände ist weiträumig mit streng bewachten kilometerlangen Zäunen abgeriegelt. Das 1916 von dem Philosophen Johannes Müller erbaute Schloss wurde 2005 nach einem Grossbrand wiedererrichtet und um einen Neubau erweitert, in dem die Gäste des G7-Gipfels übernachten.

Die Gesprächsthemen

Scholz bemühte sich vor dem Gipfel zwar, die Erwartungen etwas zu dämpfen. «Elmau liegt in den Bergen, Berge versetzen werden wir dort sicher nicht», sagte er am Samstag in seinem wöchentlichen Podcast, fügte aber hinzu: «Wir können wichtige Entscheidungen treffen und Dinge vorbereiten, die für uns alle nützlich sind.»

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