Starmer-Rivale ausgebremst: Labour-Partei vor Zerreissprobe
Nach der Entscheidung der Labour-Parteispitze, einem potenziellen Rivalen von Premier Keir Starmer den Weg ins Parlament zu versperren, regt sich Unmut in der britischen Regierungspartei.

Starmer gilt wegen schlechter Umfragewerte und etlicher misslungener Reformprojekte als angeschlagen. Der Streit dürfte ihn nach Ansicht britischer Kommentatoren weiter schwächen.
Die Labour-Abgeordnete Louise Haigh forderte die Parteispitze auf, die Entscheidung rückgängig zu machen, «sonst werden wir das alle bereuen», sagte Haigh. Parteiveteran John McDonnell warnte, Starmer solle den Ärger in der Partei über die «widerwärtige Entscheidung» nicht unterschätzen.
Der Bürgermeister der Metropolregion Manchester, Andy Burnham, gilt seit Langem als aussichtsreichster innerparteilicher Herausforderer des glücklosen Regierungschefs. Doch eine Rückkehr ins Parlament – und damit die Chance, Starmer abzulösen – wurde ihm vom höchsten Parteigremium NEC am Wochenende verweigert.
Burnham hatte zuvor angekündigt, sich für einen frei werdenden Sitz im Parlament bewerben zu wollen. Burnham mache einen «tollen Job» als Bürgermeister, rechtfertigte Starmer den Schritt. Ihm die Bewerbung auf einen Abgeordnetensitz zu erlauben, würde Ressourcen verschwenden, so der Parteichef.
In Umfragen liegt Labour seit Monaten hinter der rechtspopulistischen Partei Reform UK von Brexit-Vorkämpfer Nigel Farage. Ob die Sozialdemokraten davon profitieren würden, Starmer abzulösen, ist aber in den eigenen Reihen heftig umstritten. Regulär steht eine Parlamentswahl erst im Jahr 2029 an. Erwartet wird aber, dass Labour bei den Regional- und Kommunalwahlen im Mai eine herbe Niederlage einfahren wird.






