Junge wollen wieder mehr in Beizen arbeiten

    Nicolas Eggen
    Nicolas Eggen

    Luzern,

    Die Gastrobranche ist seit Jahren vom Fachkräftemangel betroffen. Nun zeichnet sich in mehreren Kantonen im Ausbildungsbereich eine Trendwende ab.

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    Aktuell wollen wieder mehr Junge in der Gastrobranche arbeiten. (Symbolbild) - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Der Fachkräftemangel beschäftigt die Gastrobranche seit Jahren.
    • Jetzt lassen sich aber immer mehr Junge im Gastrobereich ausbilden.
    • Kantonale Gastroverbände und Ausbildungsstätten erklären die Gründe für diese Zunahme.

    Die Gastrobranche leidet seit Jahren stark unter dem Fachkräftemangel. Nun deuten jedoch vermehrt Anzeichen auf eine Trendwende hin.

    «Wir konnten erfreulicherweise mehr Lernende begrüssen als in den Vorjahren.» Das sagt Thomas Tellenbach dem Newsportal «Zentralplus». Er ist der Leiter der Geschäftsstelle des Verbands Gastro Luzern und Geschäftsführer des Aus- und Weiterbildungszentrums «G’art».

    Tellenbach sagt, dass es in der Nachwuchsausbildung deutliche Fortschritte gibt: In den Schuljahren 2024 und 2025 hätten am Ausbildungszentrum «G’art» so viele Lernende begonnen wie noch nie zuvor.

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    «Wir konnten erfreulicherweise mehr Lernende begrüssen als in den Vorjahren», sagt Thomas Tellenbach. (Symbolbild) - keystone

    Eine Entwicklung, die auch im Rest der Schweiz geschieht.

    Nau.ch hat bei anderen kantonalen Gastroverbänden und Ausbildungsstätten nachgefragt. Ein schweizweites Aufatmen ist spürbar.

    Géraldine Stählin von der «Hotel & Gastro formation Zürich» in Wädenswil sagt: «Ja, auch bei uns haben die Zahlen an Lernenden sehr stark zugelegt. Dies vor allem in den Berufen Hotellerie-Hauswirtschaft, Hotelkommunikation und Systemgastronomie.»

    Auch in St. Gallen ist «positive Trendwende» spürbar

    Ähnlich tönt es aus einem Ausbildungsbetrieb der Region Toggenburg SG: «Wir können bestätigen, dass auch wir in der Krone Mosnang wieder vermehrt Anfragen und Bewerbungen von jungen Menschen erhalten.»

    Das sagt Phillipp Schneider, Vorstandsmitglied des Gastroverbands St. Gallen und Geschäftsführer des Gasthauses Krone in Mosnang SG.

    Schneider ergänzt: «Nach einigen herausfordernden Jahren erleben wir aktuell eine spürbar positive Trendwende: Sei es für Lehrstellen, Schnuppermöglichkeiten oder Festanstellungen.»

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    Auch in den Kantonen Zürich und St. Gallen ist die Gastro-Ausbildungs-Trendwende spürbar. (Symbolbild) - keystone

    Als Gründe für den Wandel nennt Schneider unter anderem die «neue Wahrnehmung der Branche»: «Junge Menschen suchen heute nach Sinn, Gemeinschaft und erlebbaren Momenten im Arbeitsalltag.»

    Die Gastronomie bietet genau das – und das werde wieder stärker erkannt, ist Schneider überzeugt: «Wir in der Gastronomie wissen jeden Abend, was wir geleistet haben.»

    Aber auch moderne Arbeitsmodelle gehören laut Schneider zu den Gründen für die Trendwende. «Viele Betriebe – auch wir – setzen verstärkt auf flexible Arbeitszeiten, planbare Dienste, Teamkultur und faire Entwicklungsmöglichkeiten.»

    «Leichte Zuhname» im Kanton Bern

    Matthias Achtnich von der «Hotel & Gastro formation Bern» sagt: «Wir haben in den Jahren 2024/25 und 2025/26 eine leichte Zunahme der abgeschlossenen Ausbildungsvertäge in der Hotellerie und Gastronomie registriert.»

    Nach der starken Abwanderung während und nach Corona habe die Branche spürbar reagiert: Mit klareren Arbeitszeitmodellen, weniger geteilten Diensten und mehr Rücksicht auf Lernende.

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    Nach der starken Abwanderung während und nach Corona hat die Branche laut Matthias Achtnich spürbar reagiert. (Symbolbild) - keystone

    Zudem würden die Gastro-Berufe laut Achtnich gute Arbeitsmarkt-Chancen bieten. Also eine tiefe Arbeitslosigkeit nach Lehrabschluss und eine rasche Übernahme von Verantwortung im Betrieb.

    Ist Fachkräftemangel in der Gastrobranche ganz vorbei?

    Ist also der Fachkräftemangel in der Gastrobranche schon vorbei?

    «Es hat sich im Kanton Aargau verbessert! Insbesondere melden sich sehr viele Schnupperlernende an, so dass diese teilweise gar nicht vermittelt werden können.» Das sagt Bruno Lustenberger, Präsident des Gastroverbands Aargau.

    Aber: «Gute Köche und Restaurantfachmitarbeiter werden immer noch gesucht», sagt Lustenberger.

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    «Gute Köche und Restaurantfachmitarbeiter werden immer noch gesucht», sagt Lustenberger. (Symbolbild) - keystone

    Ähnlich tönt es aus dem Kanton St. Gallen von Philipp Schneider: «Der Fachkräftemangel wird uns – wie viele andere Branchen ebenfalls – wohl noch einige Jahre begleiten. Allerdings bin ich der Meinung, dass er heute bereits weniger akut ist als noch vor einiger Zeit.»

    Arbeitest du in der Gastronomie?

    Die Lage sei sicher noch angespannt, aber eine «positive Tendenz» ist laut Schneider spürbar. «Die Entwicklung geht klar in die richtige Richtung.»

    Auch im Kanton Bern ist Fachkräftemangel «immer noch sehr akut»

    «Der Fachkräftemangel im Kanton Bern ist immer noch sehr akut», erklärt auch Achtnich. Besonders stark davon betroffen seien Köchinnen und Köche sowie Servicepersonal mit Berufsausbildung. Denn: Qualifiziertes Küchenpersonal ist laut Achtnich generell schwer zu finden.

    Er ist sicher: «Trotz der ansteigenden Ausbildungszahlen wird der Fachkräftemangel noch mehrere Jahre auf hohem Niveau bestehen bleiben.» Eine Stagnation sei frühestens in drei bis vier Jahren zu erwarten.

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    Kommentare

    User #601 (nicht angemeldet)

    Ich bin Sternekoch in einem Mc Donalds! Ich kann den Gastrobereich nur bestens empfehlen.

    die Gedanken sind frei

    In ein paar Minuten dürfen wir das Haferbrei-Ädu-Mädchen gleich wieder auf der Kommentarspalte der neuesten Titelseite begrüssen. Darauf kann man wetten.

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