Shida Bazyar erhält Wilhelm Raabe-Literaturpreis
Für ihren Roman «Die Lücken» wird Shida Bazyar in Deutschland mit dem Wilhelm Raabe-Literaturpreis ausgezeichnet. Der vom Deutschlandfunk und der Stadt Braunschweig gestiftete Preis ist mit 30.000 Euro (rund 28.300 Franken) dotiert.

Die 1988 geborene deutsche Autorin habe «einen der brisantesten Romane unserer Zeit geschaffen», heisst es in einer Mitteilung zur Jurybegründung.
«Die Lücken» handelt von einem fiktiven Ort im Hunsrück-Gebirge im Südwesten Deutschlands. Bazyar spürt 90 Jahren deutscher Geschichte nach. Es geht um Menschen, die das Dorf im Laufe der Zeit geprägt haben – jüdische Familien, NS-Profiteure, iranische Flüchtlingsfamilien.
Der Ort werde «zum exemplarischen Schauplatz individueller Verstrickungen in die Verbrechen des Holocausts und einer schleichenden Normalisierung von Antisemitismus, Entrechtung und Ausgrenzung, die sich bis in die Gegenwart fortschreibt», urteilt die Jury des Wilhelm Raabe-Literaturpreises.
Bazyar erhält den Preis am 7. November (15.30 Uhr) im Rahmen eines Festaktes im Kleinen Haus des Staatstheaters von Braunschweig in Niedersachsen. Zu den bisherigen Preisträgern zählen unter anderem Rainald Goetz, Christian Kracht, Petra Morsbach und Saša Stanišić. «Die Lücken» ist auch im Finale für den Deutschen Buchpreis.










