Mehr Verzögerungen: Jeder vierte Schweizer zahlt Rechnungen zu spät

    Antun Boskovic
    Antun Boskovic

    Bern,

    Eine neue Umfrage zeigt: Immer mehr Schweizerinnen und Schweizer zahlen ihre Rechnungen nicht rechtzeitig.

    QR-Code Rechnung
    Eine Person scannt beim Bezahlen mit ihrem Smartphone einen QR-Code von einem Einzahlungsschein oder einer QR-Rechnung. - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • 26 Prozent der Schweizerinnen und Schweizer bezahlten laut Umfrage mindestens zwei Rechnungen zu spät.
    • Mehr als die Hälfte nutzte für Käufe «Buy Now, Pay Later» (jetzt kaufen, später bezahlen).
    • 41 Prozent der Befragten setzen bereits Künstliche Intelligenz für ihre Finanzverwaltung ein.

    Der «European Consumer Payment Report 2026» der Inkasso-Firma Intrum zeigt, dass Zahlungsverzögerungen bei Rechnungen in der Schweiz zunehmen.

    Demnach gaben 39 Prozent der befragten Schweizerinnen und Schweizer an, in den vergangenen zwölf Monaten mindestens eine Rechnung verspätet bezahlt zu haben.

    In der Umfrage vom letzten Jahr waren es noch 32 Prozent. Hinzu kommt: 26 Prozent bezahlten mindestens zwei Rechnungen zu spät. Im Vorjahr waren es 13 Prozent.

    11 Prozent berichten von mindestens fünf verspäteten Rechnungen (5 Prozent im Vorjahr). Interessant: Von jenen, die mehr als eine Rechnung verspätet bezahlt haben, bezeichnen 58 Prozent die Verzögerungen als regelmässig.

    Bei jeder vierten Person reichte Geld nicht aus

    Dennoch würden die befragten Schweizerinnen und Schweizer zuversichtlich auf ihre finanzielle Situation blicken. Über zwei Drittel traut sich demnach zu, alle monatlichen Rechnungen bezahlen zu können.

    Dabei geben die Befragten verschiedene Gründe für das verspätete Zahlen an. So nannten 35 Prozent technische Probleme als Grund, während 31 Prozent eine Rechnung vergessen hätten. Bei jeder vierten Person reichte jedoch das verfügbare Geld nicht aus.

    Über die Hälfte gab zudem an, in den letzten zwölf Monaten «Buy Now, Pay Later» (jetzt kaufen, später bezahlen) für Käufe genutzt zu haben. Auch hier sind die Gründe verschieden.

    So wollten 29 Prozent den Gesamtbetrag nicht sofort bezahlen, 27 Prozent Kreditkarten oder Kontoüberzug vermeiden und 24 Prozent die Liquidität bis zum nächsten Zahlungseingang steuern.

    Sieben Prozent gaben ausserdem an, sie hätten sich sonst den Kauf nicht leisten können.

    Künstliche Intelligenz als Finanzverwalter

    Künstliche Intelligenz wird immer mehr für persönliche Finanzfragen eingesetzt. 41 Prozent nutzen KI bereits zur Verwaltung ihrer Finanzen. Fast zwei Drittel der Befragten ist es zudem egal, ob sie mit einem Menschen oder mit einem KI-Assistenten kommunizieren, solange ihr Zahlungsproblem fair und rasch gelöst wird.

    Zahlst du Rechnungen zu spät?

    Laut dem «Money Management Index» gilt gut die Hälfte der Personen mit einem unterdurchschnittlichen Haushaltseinkommen als «finanziell fragil». Bei Haushalten mit Kindern sind es 37 Prozent, bei Frauen 31 Prozent.

    Für den Report der Intrum AG wurden 20’000 Konsumentinnen und Konsumenten in 20 europäischen Ländern online befragt.

    In der Schweiz waren es 1000 befragte Personen ab 18 Jahren, die allein oder teilweise für die Verwaltung ihrer persönlichen Finanzen oder der Haushaltsfinanzen verantwortlich sind.

    Kommentare

    User #4001 (nicht angemeldet)

    Kein wunder wenn alles immer teurer wird. Die Steuern reissen zudem jedes mal ein riesen loch ins Portemonaie. Wenn man dann nicht mehr genug geld hat muss man die rechnungen halt aufschieben

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