Jetzt bekämpfen sich die Wal-Retter in Deutschland gegenseitig

    Elena Hatebur
    Elena Hatebur

    Deutschland,

    Die Rettungsarbeiten um den gestrandeten Wal in Wismar (D) dauern an. Wal-Experte Robert Lehmann äussert Vorwürfe. Er sei von der Rettung verbannt worden.

    Rettungsaktion
    Der Meeresbiologe und Wal-Experte Robert Marc Lehmann ist gemäss eigenen Angaben von der Rettungsaktion ausgeschlossen worden. - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Der in Lübeck gestrandete Wal hat sich nach seiner Befreiung erneut festgesetzt.
    • An den Rettungsaktionen war auch der Meeresbiologe Robert Marc Lehmann beteiligt.
    • Nun äussert er Vorwürfe, er sei als «klickgeiler Influencer» abgestempelt worden.

    Das Drama um Buckelwal Timmy, der seit Samstag in einer Bucht vor Wismar festhängt, spitzt sich weiter zu.

    In der Nacht auf Sonntag konnte sich der Buckelwahl zunächst selbst von einer Sandbank freischwimmen. Doch wenig später lag er erneut fest – ganz in der Nähe, an einer etwa zwei Meter tiefen Stelle.

    Augenscheinlich regungslos lag er am Sonntag dort, nur ab und zu stiess er eine Wasserfontäne in die Luft. Der Norddeutsche Rundfunk (NDR) berichtete, dass seine Atemzüge immer seltener wurden. Seine Rufe verstummten.

    Jetzt sorgt auch noch ein grosser Zoff unter den Rettern für Aufsehen.

    Meeresbiologe: Ich darf nicht mehr helfen, den Wal zu retten!

    Der Reihe nach.

    Am vergangenen Montagmorgen war der Meeressäuger auf einer Sandbank vor Timmendorfer Strand bei Lübeck entdeckt worden. Eine umfangreiche Rettungsaktion startete. In der Nacht zum Freitag befreite sich der Buckelwal dann selbst durch eine per Bagger ausgegrabene Rinne.

    Kann der Wal nochmal befreit werden?

    An der Rettung beteiligt war auch der Meeresbiologe und Influencer Robert Marc Lehmann (814'000 Follower). Am Samstag war der Wal dann allerdings wieder gestrandet – und zwar in der Wismarbucht.

    Doch von Lehmann fehlte dort jede Spur. Und das ist offenbar nicht selbst verschuldet: Der Meeresbiologe wurde gemäss eigenen Angaben von der Rettungsaktion ausgeschlossen.

    Lehmann: «Für sie war ich nur ein klickgeiler Influencer»

    Am Samstagabend wandte sich der Wal-Experte auf seinem Instagram-Account an seine Follower. «Ich bin nicht freiwillig wieder zu Hause. Mein Team und ich waren vorbereitet auf eine wochenlange Mission.»

    Er habe den Wal von einer erneuten Strandung abgehalten. Anschliessend sei er jedoch aktiv von der Rettungsmission ausgeschlossen worden.

    Am Samstagnachmittag doppelte Lehmann mit seinen Vorwürfen an die Verantwortlichen nach. Bei seiner Ankunft habe man ihn mit «Was willst du hier überhaupt» begrüsst.

    Er sei «wegen Selbstdarstellung» ausgeschlossen worden. «Für sie war ich nur ein klickgeiler Influencer», so Lehmann. Er und sein Team seien als «Idioten» verabschiedet worden.

    Das Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung (ITAW) weist die Vorwürfe gegenüber «Bild» weitgehend zurück.

    Stephanie Gross erklärt, sie sei zwar nicht vor Ort gewesen. Aber: «Wir haben nicht gehört, dass er des Wassers verwiesen wurde.» Die weitere Zusammenarbeit mit Lehmann erachtet sie wegen der Anschuldigungen als nur schwer vorstellbar.

    Baggerunternehmer sorgen für noch mehr Zoff

    Für Walrettungs-Zoff sorgte allerdings nicht nur die Auseinandersetzung mit Lehmann. Gegenüber «Bild» beschwert sich auch Baggerunternehmer Matthias Hoffman, der ehrenamtlich einen Damm aufgeschüttet hat.

    Zeitgleich war auch die Firma Ökologischer Gewässerdienst Wandhoff vor Ort. «Wo wir unseren Damm aufgeschüttet haben, haben die absichtlich ihren Bagger vor Ort an Land hingestellt», so Hoffmann.

    «Die Folge: Wir mussten mit unserem Bagger immer da herumfahren. Dabei wollten wir doch nur unsere Idee umsetzen.» Sie seien demnach bei der Arbeit behindert worden.

    Hannes Wandhoff, Geschäftsführer und Inhaber, weist die Vorwürfe zurück. Diese seien «Blödsinn». «Wir mussten den Schwimmbagger in der Ostsee von Land mit einem Seil sichern», so Wandhoff.

    «Dieses Seil musste irgendwo sicher fixiert werden. Daher stand vorne am Ende der Brücke ein Kettenbagger von uns, der die Aufgabe hatte, dieses Seil zu halten.»

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    Kommentare

    User #3220 (nicht angemeldet)

    Häuchler, des Jahres. Nie in einem Outdoor Content Format mitgemacht. Immer grosse Ankündigungen danach nichts. Aber immer so angeben mit Outdoor Bushcraft Personen wie Otto, Fritz und andere etc.

    User #1825 (nicht angemeldet)

    Der Mensch wird mal im „eigenen Dreck“ ersticken, (Aussage; Indianer Häuptling Seattle). Recht hat er mit dieser Umweltzerstörung die nie aufhört!

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