Gestrandeter Wal befreit sich – und hat nun Polizeischutz
Der in Deutschland gestrandete Buckelwal ist endlich befreit. Doch jetzt muss er seinen Weg zurück in den Atlantik finden. Dabei kriegt er sogar Polizeischutz.

Das Wichtigste in Kürze
- Der gestrandete Buckelwal ist auf dem Weg zurück in den Atlantik.
- Am Montag wurde er am Timmendorfer Strand entdeckt. Erste Rettungsversuche scheiterten.
- In der Nacht auf Freitag konnte sich der Buckelwal schliesslich selbst befreien.
Happy End? Der in Deutschland gestrandete Buckelwal bahnt sich derzeit seinen Weg zurück in den Atlantik.
Ganz Timmendorfer Strand (D) hielt den Atem an. Stundenlang rangen Einsatzkräfte damit, den gestrandeten Buckelwal zurück in sein Habitat zu bringen.
Mit Hilfe einer gegrabenen Rinne befreite er sich schliesslich in der Nacht zum Freitag selbst.
Am Freitagmorgen schwamm er in der Lübecker Bucht. Er wurde weiter draussen in der Bucht gesichtet.
Am Montag war der Buckelwal auf einer Sandbank vor der Gemeinde Timmendorfer Strand entdeckt worden – der Start einer aufwändigen Rettungsaktion.
Alle Rettungsaktionen scheiterten kläglich. Ein erster Versuch am Dienstag, das Tier mit einem kleinen Saugbagger zu befreien, blieb erfolglos.

Doch ein Happy End ist die Befreiung noch nicht. Meeresbiologe Robert Marc Lehmann (43) hatte am Donnerstag versucht, das Tier von der Sandbank zu lösen. Jetzt sagt er: «Das Gefühl ist vorsichtige Euphorie. Der Wal ist ja in keinem guten Gesundheitszustand. Die Haut sieht schlecht aus, er ist schwach, der hat lange nichts gefressen», sagt er zur «Bild»-Zeitung.
Denn anders als angenommen, handelt es sich nicht um ein Jungtier, sondern um ein altes. In seinem Maul seien immer noch Reste eines Geisternetzes. Lehmann konnte sie nicht entfernen.
Am Donnerstag hatte der Biologe dem Wal noch eine knappe Überlebenschance von 0,1 Prozent gegeben.
Nun komme es darauf an, dass der Wal im offenen Wasser bleibe. Und möglichst in die Nordsee schwimme, erklärte der Biologe Robert Marc Lehmann, der bei der Rettungsaktion beteiligt war.
Noch sei er nicht in Sicherheit. Seine Befreiung von der Sandbank sei bisher nicht seine Rettung, sondern nur ein kleiner Schritt in die richtige Richtung. Zu Hause sei er erst im Atlantik.
Auf seinem Weg aus der Ostsee in den Atlantik bekommt er sogar Polizeischutz! Begleitet wird er von sechs Schiffen der Küstenwache und Wissenschaftlern. Das Tier schwimmt vor den Schiffen. Diese versuchen, es auf den richtigen Weg zu leiten.
Die Rettung im Überblick
Am Mittwoch fuhr man die schweren Geschütze auf: Ein grosser, schwimmfähiger Schaufelbagger traf ein, ein zweiter folgte noch am selben Abend.

Mit vereinten Kräften gruben die Einsatzteams eine rund 50 Meter lange, sechs Meter breite und 1,20 Meter tiefe Rinne. Direkt vor dem Kopf des Wals.
Der Plan dahinter: Das Tier sollte sich nicht drehen müssen, sondern einen direkten Weg zurück ins tiefere Wasser erhalten.
Zur Herausforderung wurden dabei vor allem Wind und Strömung – sie machten die ohnehin heikle Rettung zu einem Kraftakt.

















