Sekundenschlaf: Drei von vier Piloten nicken ab und zu ein
75% Prozent der europäischen Piloten erlebten zuletzt mindestens einen Sekundenschlaf während ihrer Flüge. Die Airlines nehmen die Sicherheit nicht ernst genug.

Das Wichtigste in Kürze
- Eine Umfrage des europäischen Pilotenverbands kam zu schockierenden Ergebnissen.
- Viele Piloten verfallen demnach im Cockpit in einen Sekundenschlaf.
- Gründe dafür sind zu kurze Erholungs- und verlängerte Dienstzeiten.
Drei von vier Piloten erlebten kürzlich mindestens einen Sekundenschlaf während einem ihrer Flüge. Ein Viertel von ihnen berichtete sogar von fünf oder mehr Sekundenschläfen. Das ergab eine Umfrage des europäischen Pilotenverbands ECA von diesem Juli.
Knapp 7000 Piloten aus 31 Länder hatten daran teilgenommen. Grossbritannien Irland, Malta und Spanien schnitten besonders schlecht ab.
Airlines nehmen Sicherheitsrisiken nicht ernst
Laut der deutschen Vereinigung Cockpit (VC) bemängelten 73 Prozent der Piloten, sich zwischen ihren Diensten nicht ausreichend erholen zu können. Und doch würden diese offensichtlichen Sicherheitsrisiken von den Fluggesellschaften nicht ernstgenommen.
«Wir sehen ernsthafte Unzulänglichkeiten bei den Airlines für das Risikomanagement gegen Müdigkeit und Lücken bei der Überwachung durch die Aufsichtsbehörden.» Das betont Vivianne Rehaag aus dem VC-Vorstand gegenüber der deutschen «Tagesschau».
Sekundenschlaf bei Piloten während Hochsaison noch schlimmer
Fast jeder fünfte Pilot muss zudem regelmässig die Dienstzeit seiner Crew an Bord verlängen. Zum Beispiel wegen Umwegen aufgrund des schlechten Wetters. Trotzdem gaben nur elf Prozent an, dass ihre Fluggesellschaft sich aufgrund der Müdigkeitsberichte um eine Verbesserung der Sicherheit gekümmert hätten.
Die VC vermutet, dass sich die Zustände während der Hochsaison – nach der Umfrage im Juli – noch verschlimmert hätten. Der Präsident Stefan Herth meint, dass «die Belastungen der Piloten in Spitzenzeiten oftmals über das sicherheitsverträgliche Mass hinaus gehen».












