EU

    Seenotrettung soll auf EU-Ebene koordiniert werden

    Keystone-SDA
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    Belgien,

    EU-Innenkommissarin Ylva Johansson will die Rettung von in Seenot geratenen Migranten auf EU-Ebene koordinieren. Eine entsprechende Kontaktgruppe der EU-Staaten tagte am Montag erstmals.

    Proactiva Open Arms
    Ein Schlauchboot der Guardia Costeria, der italienischen Küstenwache, fährt um das Rettungsschiff «Open Arms» der Hilfsorganisation Proactiva Open Arms herum. - dpa

    Das Wichtigste in Kürze

    • Auch EU-Agenturen oder Nichtregierungsorganisatoren sollen künftig an den Treffen teilnehmen.

    Es handelt sich um eine Initiative aus Johanssons Vorschlägen für eine Reform der europäischen Asyl- und Migrationspolitik vom September.

    Die Seenotrettung sei zwar vornehmlich Verantwortung der einzelnen Staaten, sagte Johansson. «Aber es ist entscheidend, dass wir zusammenarbeiten. Sowohl politisch als auch auf See.» Man könne das Sterben auf dem Meer nicht ignorieren. Seit 2014 seien mehr als 21 000 Menschen auf See gestorben oder würden vermisst. Doch seien Seenotrettungs-Operationen komplex. Deshalb sei ein europäisches Handeln notwendig.

    Zugleich mahnte Johansson: «Länder müssen ihre Pflichten unter internationalem Recht erfüllen.» Sie müssten an der Entwicklung von Such- und Rettungsdiensten teilhaben und sicherstellen, dass Menschen in Seenot schnell geholfen werde. Auch müssten Gerettete schneller an Land gehen dürfen. Seenotretter dürften nicht kriminalisiert werden. Ebenso müsse man gegen Menschenschmuggel angehen, sagte Johansson.

    Italien hatte Seenotrettern zuletzt immer wieder die Arbeit erschwert, indem es Schiffen mit geretteten Migranten an Bord die Einfahrt in einen sicheren Hafen verweigerte oder einen anderen, weiter entfernten Hafen zuwies. Auch halten die italienischen Behörden regelmässig die Rettungsschiffe von Hilfsorganisationen mit der Begründung fest, sie müssten kontrolliert werden.

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