Schornsteinfeger werben mit sicherem Job in Krisenzeiten

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    Deutschland,

    Silvester kommen sie fast auf jeden Tisch: Kleine Figuren mit der Silhouette eines Schornsteinfegers gelten als Glücksbringer. Die echten Schornsteinfeger haben gut zu tun.

    Schornsteinfeger werben mit sicherem Job in Krisenzeiten. Foto: Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa
    Schornsteinfeger werben mit sicherem Job in Krisenzeiten. Foto: Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa - dpa-infocom GmbH

    Das Wichtigste in Kürze

    • Die Schornsteinfeger blicken mit weniger Nachwuchssorgen als andere Handwerksbereiche in die Zukunft.

    «Wir haben stabile Ausbildungszahlen», sagte das Vorstandsmitglied im Bundesverband des Schornsteinfegerhandwerks, Alexis Gula, der Deutschen Presse-Agentur.

    Der Wandel des Berufs in Richtung Energieberatung und Reinigung von Lüftungsanlagen, die zur Kernaufgabe Brandschutz hinzu kämen, sorge für Interesse. Das gelte zunehmend auch für junge Frauen. Hinzu komme die Alltags-Erfahrung vieler Eltern und Jugendlichen, dass Schornsteinfeger trotz Lockdowns weiterarbeiten konnten. «Das ist eine gewisse Sicherheit», sagte er.

    Schornsteinfeger werden zum Energieberater

    Nach vorläufigen Zahlen des Bundesverbandes für das zu Ende gehende Jahr 2021 absolvieren derzeit knapp 1900 Jugendliche eine Ausbildung zum Schornsteinfeger. Das sind 116 mehr als 2020 und 158 mehr als 2019. Darunter sind aktuell 270 junge Frauen. Die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge beziffert der Verband für 2021 auf 657 nach 697 im Jahr 2020 und 712 im Jahr 2019. Es werde weiter um Nachwuchs geworben. Während das Reinigen von Lüftungsanlagen in der Ausbildung eine Rolle spiele, machten viele Schornsteinfeger eine Zusatzqualifikation zum Energieberater. In Neubauten würden zunehmend Lüftungsanlagen installiert. Hinzu komme das Thema Energieeinsparung: «Der Schornsteinfeger wird zum Mitgestalter der Energiewende.»

    «Generell sind wir ganz gut durch die Pandemie gekommen, weil wir weiterarbeiten durften», sagte Gula. Bundesweit gebe es rund 7800 Schornsteinfegerbetriebe mit etwa 20.000 Beschäftigten. Laut Verband sind betriebliche Kündigungen oder Kurzarbeit überwiegend nicht erforderlich gewesen. Corona bringe erhöhten Zeitaufwand mit sich, weil Termine beispielsweise wegen Quarantäne verlegt werden müssten. Auch der Arbeitsumfang habe in vielen Fällen zugenommen, weil Kaminöfen in Zeiten des Homeoffice häufiger als Wärmespender dienten.

    Trotz der Corona-Masken und Abstandhaltens in der Pandemie habe das Image das Schornsteinfegers als ein Glücksbringer nicht gelitten. Diese Vorstellung gehe auf das Verhindern von Russbränden zurück. «Aber Anfassen ist momentan auch schwierig», bittet Gula um Verständnis. Deshalb seien in der Pandemie eher Blicke gefragt. Und Schornsteinfeger mit Zylinder seien ja auch ein schöner Anblick.

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