Dutzende russische Botschaftsmitarbeiter haben am Montag mit dem letzten von mehreren Sonderflügen Tschechien in Richtung Heimat verlassen.
dpatopbilder - Russische Diplomaten und ihre Familien steigen in ein Sonderflugzeug der russischen Regierung. Tschechien wirft Russland vor, an der Explosion eines Munitionslagers mit zwei Todesopfern im Jahr 2014 beteiligt gewesen zu sein. Foto: Petr David Josek/AP/dpa
dpatopbilder - Russische Diplomaten und ihre Familien steigen in ein Sonderflugzeug der russischen Regierung. Tschechien wirft Russland vor, an der Explosion eines Munitionslagers mit zwei Todesopfern im Jahr 2014 beteiligt gewesen zu sein. Foto: Petr David Josek/AP/dpa - sda - Keystone/AP/Petr David Josek

Die Regierung in Prag hatte dem Kreml bis Ende Mai Zeit gegeben, seine diplomatische Präsenz in dem EU-Mitgliedstaat deutlich zu reduzieren. Diese Bedingung sei nun erfüllt, teilte das tschechische Aussenministerium mit. Künftig werden nur noch 7 russische Diplomaten und 25 Bedienstete des Verwaltungs- und technischen Personals in Prag Dienst tun. Begonnen hatte der Diplomatenstreit Ende April.

Tschechien beschuldigte russische Geheimdienstagenten, für Explosionen in einem Munitionslager im Osten des Landes im Jahr 2014 verantwortlich zu sein. Bei dem Vorfall waren zwei Menschen gestorben. Der Kreml betritt jegliche Beteiligung vehement. Beide Seiten wiesen gegenseitig Diplomaten aus. Zudem setzte Russland Tschechien auf eine sogenannte Liste unfreundlicher Staaten.

Betroffen von dem Streit ist auch eine russische Schule in Prag, die bereits 1922 gegründet wurde. Weil viele Lehrer als Verwaltungsangestellte der Botschaft akkreditiert waren, mussten sie nun ebenfalls das Land verlassen. Tschechien habe «den Weg der Zerstörung dieser Bildungseinrichtung» eingeschlagen, kritisierte die russische Botschaft in einer Mitteilung.

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