Reporter demonstrieren vor Erdogans Besuch für Pressefreiheit

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Deutschland,

Die Organisation Reporter ohne Grenzen protestierte unmittelbar vor dem Staatsbesuch des türkischen Präsidenten gegen die Inhaftierung von Journalisten.

Ein Bus fährt auf dem Flughafen Berlin Tegel an Demonstranten der Organisation Reporter ohne Grenzen vorbei.
Ein Bus fährt auf dem Flughafen Berlin Tegel an Demonstranten der Organisation Reporter ohne Grenzen vorbei. - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Heute Donnerstag protestierte Reporter ohne Grenzen in Deutschland für die Pressefreiheit.
  • Der türkische Präsident beginnt heute seinen Staatsbesuch.

Unter dem Motto «Herr Erdogan landet in Berlin, in der Türkei landen Journalisten im Gefängnis», demonstrierten Mitglieder der Organisation Reporter ohne Grenzen heute Donnerstagmorgen am Flughafen Berlin-Tegel. Die Aktivisten wollten schon bei der Ankunft des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan «klar machen, dass wir nicht wegschauen», sagte Geschäftsführer Christian Mihr, der Nachrichtenagentur AFP.

Erdogan trifft heute Donnerstagmittag zu einem dreitägigen Staatsbesuch in Berlin ein. Am Freitagmorgen wird er von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier mit militärischen Ehren im Schloss Bellevue empfangen. Am Freitagmittag ist ein erstes Treffen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) geplant.

Demonstration auch während Staatsbankett geplant

Reporter ohne Grenzen hat für Freitagvormittag gemeinsam mit Organisationen wie dem Deutschen Journalistenverband (DJV) und Amnesty International zu einer Kundgebung für die in der Türkei inhaftierten Journalisten vor dem Kanzleramt aufgerufen. Auch während des Staatsbanketts am Freitagabend will die Organisation vor dem Schloss Bellevue Präsenz zeigen.

Dabei protestiert Reporter ohne Grenzen laut Mihr nicht gegen den Staatsbesuch an sich. Der Dialog mit dem türkischen Präsidenten dürfe jedoch «kein Selbstzweck sein», sagte er. Deutschland müsse auf die Freilassung inhaftierter Journalisten hinwirken, «nicht nur der Deutschen», fügte Mihr mit Verweis auf den «Welt»-Korrespondenten Deniz Yücel und die Journalistin Mesale Tolu hinzu.

Yücel war Mitte Februar nach einem Jahr in türkischer Untersuchungshaft freigelassen worden. Tolu durfte im August nach 16 Monaten aus der Türkei ausreisen.

Über hundert Journalisten in türkischer Haft

Nach Angaben der Organisation sitzen nach wie vor mehr als hundert Medienschaffende in der Türkei im Gefängnis. Bei mindestens einem Viertel der Inhaftierten hänge die Haft eindeutig mit ihrer journalistischen Tätigkeit zusammen.

Mehr als 150 Medien wurden demnach seit dem Putschversuch im Jahr 2016 geschlossen. In der von Reporter ohne Grenzen jährlich erstellten Rangliste der Pressefreiheit belegt die Türkei Platz 157.

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