Reiche Italienerin überfährt Dieb wegen Handtäschli

Keystone-SDA
Keystone-SDA, Nicola Wittwer

Italien,

Im September 2024 fuhr eine Geschäftsfrau in Italien den Dieb ihrer Handtasche zu Tode. Nun hat sie ein Gericht zu langer Haft verurteilt.

Cinzia Dal Pino
Die Italienerin wurde zu 18 Jahren Haft verurteilt. - Facebook

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine italienische Geschäftsfrau wurde zu 18 Jahren Haft verurteilt.
  • Sie überfuhr den Dieb ihrer Handtasche im Herbst 2024 mehrmals – bis er tot war.
  • Die Besitzerin eines Strandbads darf ihre Strafe in Hausarrest verbüssen.

Wegen eines schwerwiegenden Falls von Selbstjustiz ist eine italienische Geschäftsfrau zu 18 Jahren Haft verurteilt worden: Die 65-Jährige hatte einen Dieb, der ihr die Handtasche gestohlen hatte, mit ihrem SUV so oft überfahren, bis er tot war.

Das Berufungsgericht von Lucca in der Toskana befand die Besitzerin eines Strandbads deshalb des Mordes schuldig. Zugleich ordnete es an, dass die Frau ihre Strafe in Hausarrest verbüssen kann.

Mehrmals überfahren

Der Fall hatte in Italien eine hitzige Debatte über Selbstjustiz ausgelöst: Im September 2024 hatte ein 52-jähriger Marokkaner im Badeort Viareggio an der Küste der Toskana abends die Tasche aus dem Auto gestohlen, was die Frau jedoch bemerkte.

Daraufhin verfolgte sie den Dieb mit ihrem SUV und steuerte damit voll auf ihn zu, sodass er gegen eine Häuserwand gedrückt wurde. Anschliessend setzte sie über den am Boden liegenden Mann mehrfach vor und zurück.

Italien
Die italienische Geschäftsfrau überfuhr den Dieb ihrer Handtasche mehrmals und tötete ihn. - Rai

Schliesslich stieg sie auch noch aus – offensichtlich, um sich davon zu überzeugen, dass er sich nicht mehr bewegte. Dann fuhr sie davon.

Die «DailyMail» schreibt unter Verweis auf lokale Medien, dass die Geschäftsfrau nach der Tat ruhig in das Restaurant zurückgekehrt sei, in dem sie zuvor mit Freunden gegessen hatte, um einen Regenschirm zurückzubringen.

Staatsanwaltschaft forderte lebenslange Haft

Die Szene wurde von einer Überwachungskamera aufgezeichnet, was die Ermittler schnell auf die Spur der Unternehmerin brachte.

Die Staatsanwaltschaft beschuldigte sie, das Gesetz selbst in die Hand genommen zu haben. Die Verteidigung hingegen behauptete, sie sei in einem psychologischen Ausnahmezustand gewesen und habe den Mann nur aufhalten wollen.

Findest du es richtig, dass die Frau ihre Strafe in Hausarrest verbüssen kann?

In einem Gutachten wurde die Unternehmerin jedoch als voll schuldfähig eingestuft. Die Staatsanwaltschaft hatte lebenslang gefordert.

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