Regierungsbildung: ÖVP und SPÖ nähern sich langsam an

    Anna Mikulics
    Anna Mikulics

    Österreich,

    Die österreichische Partei ÖVP soll nach den Wahlen eine Regierung bilden. Die Chancen stehen hoch, dass sie sich mit der SPÖ zusammenschliessen.

    karl nehammer övp
    Österreichischer Bundeskanzler und Chef der ÖVP Karl Nehammer. - keystone

    Die konservative Partei ÖVP hat in Österreich zwar nicht die Nationalratswahl gewonnen, doch trotzdem wurde sie mit der Regierungsbildung beauftragt. Deshalb unternahm sie nun erste Sondierungsgespräche mit der sozialdemokratischen Partei SPÖ.

    Wie «Der Standard» berichtet, fand am vergangenen Freitag ein fünfstündiges Treffen statt. Dabei wurden die «grossen Herausforderungen» zwischen den Parteien skizziert.

    Verfolgst du die österreichische Politik?

    In den kommenden Tagen wollen die Volkspartei und die Sozialdemokraten inhaltliche Schwerpunkte vorbereiten. Am 4. November soll es zu einem weiteren persönlichen Gespräch kommen.

    SPÖ will «Vertrauensbasis» zu ÖVP aufbauen

    Die SPÖ-Vizeklubchefin Eva Maria Holzleitner betonte im Ö1-Morgenjournal, dass alle Beteiligten «bemüht» seien. Das primäre Ziel sei es, «das Leben der Menschen im Land wieder leichter zu machen».

    Laut «Der Standard» will die SPÖ eine «Vertrauensbasis» zur ÖVP aufbauen. Diese habe in den letzten sieben Jahren gefehlt.

    andreas babler spö övp
    SPÖ-Chef Andreas Babler ist offen für eine Koalition mit der ÖVP. - keystone

    Die Gespräche sollen vertraulich bleiben und nicht in die Medien getragen werden. Holzleitner merkte an, dass die unterschiedlichen Rollen der Parteien eine Herausforderung darstellen.

    Die ÖVP stimme bei der «Analyse der Probleme» überein, müsse über Lösungswege aber debattieren. Als Kernthemen nannte sie Standortpolitik, Migration und Gesundheitspolitik.

    Mögliche Dreierkoalition in Österreich

    Selbst bei einer Einigung würden SPÖ und ÖVP nur knapp eine Mehrheit im Parlament erreichen. Wie die «Kronen Zeitung» berichtet, kämen sowohl die Neos als auch die Grünen als dritter Partner infrage.

    Die Neos wollen zwar regieren, aber «nicht um jeden Preis»; die Grünen gaben an, sich «nicht verschliessen» zu wollen. Eine Koalition mit den Neos wird aktuell als deutlich wahrscheinlicher angesehen.

    Personelle Entscheidungen waren bisher nicht im Gespräch. Es gibt jedoch bereits Spekulationen zu möglichen Postenbesetzungen in einer künftigen Regierung.

    Kommentare

    User #4820 (nicht angemeldet)

    Ist das noch Demokratie oder bereits Politischer Betrug? Zumindest ist es ein Betrug an allen Stimmbürgern, welche der FPÖ und Herbert Kickl ihre Stimme gegeben haben. Ist Van der Bellen gewählt uns berechtigt als Königsmacher?

    Contamination

    Mit der Dreier-Koalition besteht die gute Aussicht, dass ein grösseres Kontingent an Fachkräften aus Nahost und Afrika nach Österreich kommen kann, wodurch die Stabilität der Sozialsysteme gewährleistet werden kann.

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