Der Pater der Jesuiten, Klaus Mertes, findet starke Worte für Kardinal Rainer Maria Woelki: Der umstrittene Erzbischof sei «gescheitert».
Rainer Maria Woelki jesuiten
Rainer Maria Woelki wird vom Pater der Jesuiten heftig kritisiert. (Archivbild) - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Rainer Maria Woelki sieht sich mit starken Missbrauchsvorwürfen konfrontiert.
  • Der Jesuitenpater Klaus Mertes bezeichnet sein Verhalten als «gescheitert».
  • Würde der Kardinal im Amt bleiben, wird das Vertrauen in die Kirche weiter erodieren.

Der Pater der Jesuiten, Klaus Mertes, wurde für seinen Beitrag zur Aufarbeitung von Missbrauchsfällen mit dem Bundesverdienstkreuz geehrt. An dem Kölner Erzbischof Rainer Maria Woelki übt der 66-Jährige nun heftige Kritik. In einem Interview mit der «Augsburger Allgemeinen» bezeichnet er das Verhalten des Kardinals als «gescheitert».

«Ich glaube, er tritt deswegen nicht zurück, weil er sein Scheitern nicht sieht», so der Pater der Jesuiten. «Er versteht sich als ein aufgeklärter Monarch, der alles gut und richtig machen will und auch getan hat. Abgesehen von einigen verzeihlichen Fehlern.» Er sei im Umgang mit Missbrauchsfällen und den Betroffenen gescheitert.

Es sei nun die Begutachtung der beiden im Juni vom Papst geschickten Apostolischen Visitatoren abzuwarten. Wenn Papst Franziskus den umstrittenen Kardinal Rainer Maria Woelki im Amt lässt, würde laut Mertes das Vertrauen weiter erodieren. Und zwar auch das in den Vatikan. «Es geht ja auch um das System Meisner, aus dem Woelki kommt, und das besonders eng mit Rom kooperierte.»

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