Putins Hyperschallrakete Oreschnik als leeres Symbol
Beim Grossangriff auf Kiew setzte Russland erneut die Hyperschallrakete Oreschnik ein – und erntete Spott.

In der Nacht auf Sonntag traf ein massiver russischer Angriff die ukrainische Hauptstadt Kiew besonders hart. Laut der «taz» wurden dabei rund 300 Gebäude zum Teil schwer beschädigt.
Beim Angriff kam erneut die Hyperschallrakete Oreschnik zum Einsatz – zum dritten Mal seit ihrer Erstverwendung im November 2024.
Wie «heute.at» berichtet, bestätigte der deutsche Sicherheitsexperte Nico Lange den Einsatz anhand von Bildmaterial. Lange erklärte, die Rakete sei erneut mit einem leeren Testsprengkopf bestückt gewesen.
Spott aus den eigenen Reihen
Der prorussische Militärblogger Wladimir Romanow reagierte laut «heute.at» auf Telegram mit scharfer Kritik.
«Nicht einmal Explosionen gab es. Einfach nur extrem teures Metall, das sinnlos in den Boden geschossen wurde. Für ein schönes Bild, an das ohnehin kaum noch jemand glaubt.»
Ähnlich äusserte sich laut der «taz» Militärblogger Anatolij Radow, der erklärte: «Der ganze Kern dieser teuren Vergeltungsschläge liegt darin, dass es an der Front katastrophal an Soldaten und Drohnen mangelt.»
Einsatz als Ablenkung von Misserfolgen
Auf dem Kanal des inhaftierten Ultranationalisten Igor Girkin fiel das Urteil ähnlich aus. Laut «heute.at» hiess es dort sinngemäss, die Rakete habe ausser einem Spezialeffekt nichts bewirkt.
Das US-Institut für Kriegsstudien (ISW) schloss sich dieser Einschätzung an, wie die «taz» berichtet.
Das ISW hält fest, Russland könnte den Schlag geführt haben, um die Öffentlichkeit von Misserfolgen auf dem Schlachtfeld abzulenken. Zugleich solle damit dem heimischen wie ausländischen Publikum Stärke demonstriert werden.
Scharfe Reaktionen aus dem Westen
EU-Aussenbeauftragte Kaja Kallas bezeichnete den Oreschnik-Einsatz als «nukleares Säbelrasseln», wie die «taz» berichtet.
Bundeskanzler Friedrich Merz verurteilte den Angriff auf der Plattform X als «rücksichtslose Eskalation», wie der «Tagesspiegel» festhält.

Merz bekräftigte dabei, Deutschland stehe weiter fest an der Seite der Ukraine. Der «Tagesspiegel» zitiert zudem Aussenminister Johann Wadephul, der den Oreschnik-Einsatz als «weitere Eskalation» bezeichnete.
Hyperschallrakete mit begrenzter Wirkung
Die Hyperschallrakete Oreschnik gilt in Russland als Propagandawaffe und wird als «Superwaffe» beworben. Sie erreicht laut «heute.at» Geschwindigkeiten von bis zu 12'000 Kilometern pro Stunde und kann mit atomaren Sprengköpfen bestückt werden.
Im aktuellen Fall schlug sie südlich von Kiew in der Stadt Bila Zerkwa in einer Garagensiedlung ein. Der militärische Schaden blieb nach Einschätzung von Experten begrenzt.
Das russische Verteidigungsministerium hingegen bezeichnete den Angriff laut «taz» als Reaktion auf terroristische Angriffe der Ukraine auf zivile Ziele. Russland kündigte zudem weitere Angriffe auf Kiew an.












