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    Putin setzt Gesetz über erleichterte Einberufung in Kraft

    Keystone-SDA
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    Russland,

    In Russland können Männer mit sofortiger Wirkung leichter zum Militär eingezogen werden. Künftig reicht eine elektronische Nachricht der Armee an Betroffene.

    Wladimir Putin
    Putin ordnet Einberufung von 135'000 Männern zwischen 18 und 30 für den Wehrdienst ab Oktober an. (Archivbild) - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • In Russland können Männer ab sofort einfacher von der Armee eingezogen werden.
    • Präsident Putin unterschrieb am Freitag ein entsprechendes Dekret.
    • Künftig kann das Militär Männer einfach per Mail oder SMS aufbieten.

    Präsident Wladimir Putin unterschrieb dazu am Freitag die erforderlichen Gesetzesänderungen. Damit traten die Regelungen, die in der Bevölkerung für grosse Verunsicherung sorgen, in Kraft.

    Künftig müssen Einberufungsbescheide nicht mehr persönlich überreicht werden, sondern können auf elektronischem Weg zugestellt werden. Online erfasste Wehrpflichtige dürfen Russland bis zur Vorstellung bei der Armee nicht mehr verlassen. Das Parlament in Moskau hatte das Gesetz am Mittwoch in einer Blitzabstimmung verabschiedet.

    Abgeordnete hatten keine Zeit, Gesetz richtig zu lesen

    Einige Abgeordnete beklagten, sie hätten gar keine Zeit gehabt, die mehr als 50 Seiten Gesetzestext richtig zu lesen. Viele Russen fürchten, dass nun erneut massenhaft Männer für den bald 14 Monate dauernden Krieg gegen die Ukraine eingezogen werden sollen. Der Kreml dementierte solche Pläne.

    Im Herbst waren bei einer teils chaotisch organisierten ersten Mobilisierungswelle Hunderttausende Männer ins Ausland geflohen. Andere Russen entgingen der Einberufung dadurch, dass sie nicht an ihrer Meldeanschrift wohnten, so dass der nur in Briefform gültige Einberufungsbescheid nicht zugestellt werden konnte. Dieses Schlupfloch will Russlands Führung nun schliessen.

    Wer sich nicht innerhalb von 20 Tagen nach der Vorladung beim Militärkommissariat meldet, muss auch im Alltag mit drastischen Einschränkungen rechnen: So dürfen Wehrdienstverweigerer nicht mehr Auto fahren oder Immobilien kaufen. Auch eine Registrierung als Selbstständiger sowie die Gewährung von Krediten sollen nicht mehr möglich sein.

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