Prozess um Angriff auf israelische Rüstungsfirma: Antrags-Scharmützel
Jubelrufe und Kanon-Gesang für die Angeklagten, Streit um die Sitzordnung: Im Prozesses in Deutschland um einen Angriff auf ein israelisches Rüstungsunternehmen ist es immer noch nicht zur Verlesung der Anklage gekommen.

Am zweiten Verhandlungstag in Stuttgart-Stammheim monierten die Verteidiger erneut, dass die Angeklagten hinter Sicherheitsglas sitzen müssen und damit eine vertrauliche Kommunikation mit ihren Anwälten nicht möglich sei. Die Verteidiger wollten zahlreiche Anträge stellen, die Richterin erteilte ihnen aber nicht das Wort. Pro-Palästina-Aktivisten klatschten beim Einzug der Angeklagten in den streng gesicherten Gerichtssaal und sangen einen Kanon.
Es ist ein politisch enorm aufgeladener Prozess. Fünf Pro-Palästina-Aktivisten stehen in dem streng gesicherten Gebäude vor Gericht. Sie brachen der Anklage zufolge im vergangenen September in ein israelisches Rüstungsunternehmen in Ulm (Baden-Württemberg) ein, zerstörten dort viel Inventar, sprühten die Wände voll und verursachten einen Millionenschaden.
Den drei Frauen und zwei Männern mit irischer, britischer, spanischer und deutscher Staatsangehörigkeit zwischen 25 und 40 Jahren wird nicht nur Sachbeschädigung und Hausfriedensbruch vorgeworfen, sondern auch die Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung. Ferner müssen sie sich wegen der Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger und terroristischer Organisationen verantworten.










