Trotz Korruptionsvorwürfen hat die Partei von Bulgariens Ex-Ministerpräsident Boiko Borissow die Parlamentswahl in dem EU-Land am Sonntag knapp gewonnen, die absolute Mehrheit aber deutlich verfehlt. Die bürgerliche GERB erhielt nach ersten Prognosen des Instituts Gallup International 22,1 Prozent der Stimmen bei der Neuwahl. Die populistische Partei «Es gibt so ein Volk» ITN des Entertainers Slawi Trifonow dürfte dieser Prognose zufolge mit einem geringen Abstand zu GERB auf 21,5 Prozent kommen. Die Sozialisten (Ex-KP) kämen auf 15,1 Prozent. Ins Parlament in Sofia dürften wieder sechs Parteien einziehen.
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Boiko Borissow, Ministerpräsident von Bulgarien, tritt zurück. - sda - Keystone/dpa/Sina Schuldt

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Parteien des Anti-Borissow-Lagers werfen dem früheren Regierungschef Borissow korrupte Amtsführung vor und schliessen eine Koalition mit seiner GERB-Partei aus.

Als Folge von Enthüllungen der aktuellen Übergangsregierung in Sofia über Missstände und Korruptionspraktiken in wichtigen Ministerien schnitt die GERB jetzt schlechter ab als bei der regulären Parlamentswahl vom 4 April. Die GERB hatte die Wahl vor drei Monaten mit gut 26 Prozent gewonnen. Im Europaparlament gehört die GERB ebenso wie die deutschen CDU und CSU zur Europäischen Volkspartei (EVP).

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