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    Polen: Mehrheit ist für Verbleib in der EU

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    Eine Umfrage der United Surveys zeigt, dass die Mehrheit der Polen für einen Verbleib in der EU ist.

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    Die Flagge der EU. (Archivbild) - pixabay

    Das Wichtigste in Kürze

    • Gut 88 Prozent der Polen sind für den Verblieb in der EU.
    • Das Land gilt als grösster Nettoempfänger innerhalb der Europäischen Union.

    Eine überwältigende Mehrheit der Polen ist nach einer Umfrage dafür, dass ihr Land weiterhin in der EU bleibt. Gut 88 Prozent wollen an der EU-Mitgliedschaft festhalten, ergab eine am Dienstag veröffentlichte Befragung. Diese kam von der United Surveys im Auftrag der Zeitung «Dziennik Gazeta Prawna» und des Radiosenders RMF.

    Nur gut 7 Prozent finden, dass Polen die EU verlassen sollte. Einen Austritt Polens halten gut 57 Prozent der Befragten für unwahrscheinlich, knapp 30 Prozent sehen dies als realistisches Szenario.

    Zusammenarbeit soll überdenkt werden

    Polens nationalkonservative Regierungspartei PiS liegt wegen ihrer Justizreformen im Streit mit der EU-Kommission. Zuletzt hatten hochrangige Vertreter der PiS auf einen möglichen «Polexit» angespielt. «Wir müssen darüber nachdenken, wie viel mehr wir noch zusammenarbeiten können, damit wir alle in der EU bleiben. Dies hatte PiS-Fraktionschef Ryszard Terlecki in der vergangenen Woche gesagt und auf den Brexit verwiesen.

    Polen müsse auch über «drastische Schritte» nachdenken. Vize-Fraktionschef Marek Suski sagte in Anspielung auf die Besetzung Polens durch Nazi-Deutschland im Zweiten Weltkrieg: «Wir werden mit den Brüsseler Besatzern kämpfen.»

    Grösster Nettoempfänger innerhalb der EU

    Polen war 2020 nach Berechnungen der Nachrichtenagentur DPA der grösste Nettoempfänger innerhalb der EU. Es bekam aus dem EU-Haushalt 12,4 Milliarden Euro mehr heraus, als es einzahlte. Aus den Corona-Hilfen stehen für Polen zudem 23,9 Milliarden Euro bereit.

    Die Corona-Hilfen hält die EU aber derzeit zurück, weil es Bedenken gibt, ob Polen gegen rechtsstaatliche Prinzipien verstösst. Ausserdem hat die EU-Kommission beim Europäischen Gerichtshof (EuGH) finanzielle Sanktionen gegen das Land beantragt. Hintergrund ist die fortgesetzte Tätigkeit der polnischen Disziplinarkammer zur Bestrafung von Richtern. Der EuGH hatte in einer einstweiligen Anordnung den Stopp der Kammer verfügt, sie tagt dennoch weiter.

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