Polen hat kein eigenes aktives Atomkraftwerk. Die Ukraine hilft aus und erklärt sich bereit, Energie aus dem AKW Chmelnyzkyj zu liefern.
Wolodymyr Selenskyj (l), Präsident der Ukraine, und Mateusz Morawiecki, Ministerpräsident von Polen, schütteln einander während eines Treffens die Hand. Foto: Efrem Lukatsky/AP/dpa
Wolodymyr Selenskyj (l), Präsident der Ukraine, und Mateusz Morawiecki, Ministerpräsident von Polen, schütteln einander während eines Treffens die Hand. Foto: Efrem Lukatsky/AP/dpa - sda - Keystone/AP/Efrem Lukatsky
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Das Wichtigste in Kürze

  • Polen hat Interesse an mehr Atomstrom aus der Ukraine.
  • Nach Angaben vom Freitag sollen 210 Megawattstunden geliefert werden.
  • Der polnische Ministerpräsident bedankt sich bei Selenskyj für die Bereitschaft.

Angesichts der hohen Strompreise in Europa könnte Polen schon bald deutlich mehr Atomstrom aus der benachbarten Ukraine beziehen. Ministerpräsident Mateusz Morawiecki bedankte sich am Freitag in Kiew beim ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj für die Bereitschaft, Energie aus dem Akw Chmelnyzkyj zu liefern. Selenskyj habe damit gezeigt, dass er die Situation Polens sehr gut verstehe, sagte er nach Angaben der Agentur PAP. Dies würde es ermöglichen, weniger Kohle in Kraftwerken zu verbrennen, sagte Morawiecki.

Ukraine soll 210 Megawattstunden Strom nach Polen liefern

Das Kernkraftwerk Chmelnyzkyj liegt im Westen der Ukraine. Es verfügt über zwei aktive Reaktoren der sowjetischen Bauart WWER-1000 mit einer Gesamtleistung von 2000 Megawatt. Zwei weitere befinden sich mit Unterbrechungen seit Ende der 1980-er Jahre im Bau.

AKW
Ein AKW. - Pixabay

Seit Mitte März ist die Ukraine an den europäischen Stromverbund angeschlossen und sollte am Freitag nach Angaben von Ukrenergo 210 Megawattstunden Strom nach Polen liefern. Der EU- und Nato-Mitgliedstaat Polen mit seinen mehr als 38 Millionen Einwohnern verfügt selbst über kein aktives Atomkraftwerk.

Für Morawiecki war es bereits der dritte Besuch in Kiew seit dem Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine. Der Politiker der nationalkonservativen Partei Recht und Gerechtigkeit (PiS) zeigte sich zuversichtlich, dass die Finanz- und Waffenhilfe des Westens zum Sieg der Ukraine führen werde. Weitere Themen der Gespräche waren unter anderem die langen Warteschlangen für Lkw an der ukrainisch-polnischen Grenze.

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