Das US-Verteidigungsministerium sieht aktuelle Angriffe erst als Auftakt für eine anrollende russische Grossoffensive.
John Kirby, Sprecher des Pentagon, spricht während eines Briefings im Pentagon. Foto: Manuel Balce Ceneta/AP/dpa
John Kirby, Sprecher des Pentagon, spricht während eines Briefings im Pentagon. Foto: Manuel Balce Ceneta/AP/dpa - sda - Keystone/AP/Manuel Balce Ceneta

Das Wichtigste in Kürze

  • Für das US-Verteidigungsministerium sind die aktuellen Angriffe erst der Anfang.
  • Selenskyj sprach bereits am Montag davon, dass eine Grossoffensive begonnen hatte.

Das US-Verteidigungsministerium sieht die jüngsten russischen Angriffe im Osten der Ukraine nur als Vorzeichen einer grösseren Offensive Russlands. «Wir gehen davon aus, dass diese Angriffe das Vorspiel zu grösseren Offensivaktionen sind, die die Russen planen.» Das sagte ein hochrangiger Beamter des Pentagons am Dienstag in Washington.

Er betonte, man widerspreche damit nicht den Darstellungen, dass der erwartete Grossangriff der russischen Truppen im Osten des Landes begonnen habe. Es gehe nur darum, zu unterstreichen, dass die aktuellen Angriffe erst der Auftakt seien.

Auch wenn es südwestlich von Donezk und südlich von Isjum bereits verstärkte Kämpfe am Boden gebe, sei Russland noch dabei, seine logistischen Kapazitäten auszubauen und auch Einheiten von ausserhalb der Ukraine ins Land zu holen.

Russland spricht immer noch von einer «Spezial-Operation»

In den vergangenen 24 Stunden habe Russland zwei weitere taktischen Bataillone in die Ukraine gebracht. Damit seien inzwischen 78 dieser Einheiten im Land. Er nannte keine genaue Zahl mit Blick auf die einzelnen Einheiten, aber solche Bataillone bestehen typischerweise aus etwa 600 bis 1000 Soldaten.

Der Verteidigungsbeamte sagte weiter, nach US-Einschätzung liege die Kampfkraft des russischen Militärs - mit Blick auf Truppen und Ausrüstung - inzwischen bei etwa 75 Prozent dessen, was Moskau zu Beginn des Angriffskrieges auf die Ukraine zur Verfügung hatte.

Nach ukrainischen Angaben läuft die zuvor erwartete Offensive der Russen seit Montag. Präsident Wolodymr Selenskyj hatte am Montagabend in einer Videobotschaft gesagt: «Wir können jetzt feststellen, dass die russischen Truppen die Schlacht um den Donbass begonnen haben, auf die sie sich seit langem vorbereitet haben.» Russland vermied den Begriff Offensive. Aussenminister Sergei Lawrow bestätigte aber, dass die nächste Phase der «Spezial-Operation» begonnen habe.

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