Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez hat sich mit dem Separatisten Pere Aragonès getroffen. Das Treffen soll rund zwei Stunden gedauert haben.
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Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez. - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Vor einer Woche wurden neun katalanische Separatistenführer begnadigt.
  • Dies wurde von der konservativen Opposition kritisiert.
  • Nun hat sich Pedro Sánchez mit Kataloniens Regierungschef Pere Aragonès getroffen.

Der spanische Ministerpräsident Pedro Sánchez hat sich erstmals mit dem Regierungschef der Konfliktregion Katalonien getroffen. Dies nur eine Woche nach der umstrittenen Begnadigung von neun katalanischen Separatistenführern.

Das Treffen mit dem Separatisten Pere Aragonès galt als erster Schritt der von Sánchez angestrebten ausgehandelten Lösung des Konflikts. Das Treffen fand am Dienstagabend in Madrid statt. Es dauerte nach Medienberichten rund zwei Stunden.

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Pere Aragonès übernimmt das Amt des Regierungschefs. - Keystone

Die katalanische Regierung fordert grünes Licht aus Madrid für die Abhaltung eines Unabhängigkeitsreferendums. Ob dies diskutiert wurde, wurde zunächst nicht mitgeteilt.

Begnadigung von konservativer Opposition kritisiert

Die neun von der Zentralregierung begnadigten Separatisten am vorigen Mittwoch eine Fortsetzung des Kampfes um die Unabhängigkeit verkündet. Dies bei ihrer Haftentlassung am vorigen Mittwoch. Sie forderten «Freiheit für Katalonien». Vor dem Gefängnis von Lledoners nahe Barcelona wurden sie von Hunderten Anhängern bejubelt und auch von Aragonès begrüsst.

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Der Katalonien-Konflikt spaltet weiter die Gemüter. (Archiv) - Keystone

Die linke Minderheitsregierung in Madrid hatte die Begnadigungsdekrete ungeachtet aller Kritik der konservativen Opposition erlassen. Die Massnahme sei nötig, «um die Eintracht und das Zusammenleben wiederherzustellen», sagte Sánchez.

Separatisten waren zu Haftstrafen verurteilt

Die neun Separatisten waren im Herbst 2019 im Zusammenhang mit dem illegalen Unabhängigkeitsreferendum vom 1. Oktober 2017 unter anderem wegen Aufruhrs und Veruntreuung öffentlicher Gelder zu Haftstrafen zwischen 9 und 13 Jahren verurteilt worden. Drei weitere verurteilte Politiker sassen ihre Strafen bereits ab. Der damalige Regionalpräsident Carles Puigdemont entzog sich einem Zugriff der Justiz, indem er nach Belgien floh.

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