Die Omikron-Variante versetzt die Welt in Alarmstimmung. Grossbritannien will sich vor weiteren Fällen schützen und verschärft die Einreiseregeln deutlich.
Grossbritanniens Premierminister Boris Johnson. Foto: Hollie Adams/Getty Images Pool/AP/dpa
Grossbritanniens Premierminister Boris Johnson. Foto: Hollie Adams/Getty Images Pool/AP/dpa - dpa-infocom GmbH

Das Wichtigste in Kürze

  • Angesichts der neu entdeckten Omikron-Variante verschärft Grossbritannien seine Einreiseregeln für Reisende aus aller Welt.

Alle Ankommenden müssen an Tag Zwei nach ihrer Einreise einen PCR-Test machen und bis zum Erhalt eines negativen Testergebnisses in Quarantäne gehen, wie der britische Premier Boris Johnson mitteilte. Das gilt unabhängig vom Impfstatus und soll nach drei Wochen überprüft werden.

Bislang mussten vollständig Geimpfte aus den meisten Ländern nur noch einen Schnelltest nach der Einreise machen, aber nicht mehr in Quarantäne gehen. Lediglich einige wenige Länder, mittlerweile auch viele afrikanische stehen auf der sogenannten roten Liste. Rückkehrer aus diesen Ländern müssten in eine zehntägige Hotel-Quarantäne auf eigene Kosten gehen.

Omikron in zwei Fällen nachgewiesen

Nach mehreren anderen Ländern waren auch in Grossbritannien am Samstag zwei Fälle der Omikron-Variante festgestellt worden. Die betroffenen Personen und ihre Haushalte befänden sich in Quarantäne, ausserdem werde man in den Gegenden verstärkt testen, kündigte der britische Gesundheitsminister Sajid Javid an.

Die zuerst in Südafrika und Botsuana nachgewiesene Variante B.1.1.529 wurde am Freitag von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als «besorgniserregend» eingestuft. Die EU-Gesundheitsbehörde ECDC spricht von ernsthaften Sorgen, dass die Variante die Wirksamkeit der Corona-Impfstoffe erheblich verringern und das Risiko von Reinfektionen erhöhen könnte. Welche genauen Auswirkungen die neue Variante hat, steht allerdings noch nicht fest.

Keine härteren Massnahmen im Inland

Trotz der sich zuspitzenden Lage führt die britische Regierung noch nicht ihren für den Notfall vorgesehenen «Plan B» ein. Dieser sieht Impfnachweise bei Grossveranstaltungen sowie die Empfehlung, von zuhause zu arbeiten, vor. Lediglich die Maskenpflicht in Innenräumen - etwa in öffentlichen Verkehrsmitteln und Geschäften - soll wieder verschärft werden. Abgesehen davon bleibt es in Grossbritannien zunächst trotz scharfer Einreiseregeln weiterhin dabei, dass im Inland kaum noch Corona-Massnahmen gelten.

Die Zahl der Neuinfektionen bewegt sich im Vereinigten Königreich weiterhin auf hohem Niveau. So liegt die Inzidenz seit Wochen bei um die 400, zuletzt bei 437 - Tendenz steigend. Die Zahl der Krankenhauseinlieferungen und Todesfälle ging hingegen leicht zurück. Experten gehen davon aus, dass die Immunität in der britischen Bevölkerung trotz ähnlicher Impfquote höher ist als in der deutschen, da deutlich mehr Menschen erkrankten.

Mehr zum Thema:

Boris Johnson Regierung Coronavirus EU