Noma – René Redzepi reagiert auf schwere Gewaltvorwürfe

Maja Bojic
Maja Bojic

Dänemark,

Gewaltvorwürfe erschüttern die Gastronomie rund um das Restaurant Noma. Starkoch René Redzepi reagiert darauf mit einer öffentlichen Entschuldigung.

René Redzepi Noma
Noma: Der dänische Starkoch René Redzepi reagierte auf die Vorwürfe mit einer öffentlichen Entschuldigung. (Archivbild) - keystone

Der weltberühmte Gastronomietempel Noma steht erneut im Zentrum schwerer Vorwürfe ehemaliger Mitarbeiter. Mehrere frühere Angestellte berichten von Gewalt, Demütigungen und Angstkultur.

Wie die «New York Times» berichtet, schildern 35 ehemalige Mitarbeiter körperliche und psychische Übergriffe während ihrer Arbeit bei Noma. Die Aussagen wurden im Rahmen einer Untersuchung gesammelt und betreffen vor allem den Zeitraum zwischen 2009 und 2017.

Einige Mitarbeiter erklärten laut «People», sie seien geschlagen, beschimpft oder öffentlich gedemütigt worden, wenn Fehler passierten. Andere berichteten von einem Arbeitsumfeld, das von Druck, Einschüchterung und ständiger Angst geprägt gewesen sei.

Aussagen ehemaliger Mitarbeiter

Der frühere Leiter des Fermentationslabors, Jason Ignacio White, machte die Vorwürfe öffentlich und kritisierte eine Kultur aus Angst und Ausbeutung. Laut «Malay Mail» veröffentlichte er mehrere Berichte ehemaliger Kollegen in sozialen Netzwerken.

Diese Aussagen lösten eine neue Debatte über Arbeitsbedingungen in der Spitzengastronomie aus. Nach Angaben der Zeitung «The Times» beschreiben frühere Angestellte wiederholte verbale Angriffe, Drohungen und einzelne körperliche Übergriffe.

Warst du schon mal in einem Restaurant mit Michelin-Sternen essen?

Einige ehemalige Mitarbeiter berichteten laut der «New York Times», Redzepi habe Angestellte geschlagen, gestossen oder mit Küchenwerkzeugen gestochen.

Redzepis öffentliche Reaktion

Der dänische Starkoch René Redzepi reagierte inzwischen mit einer öffentlichen Stellungnahme. Laut «The Caterer» veröffentlichte er eine Entschuldigung über soziale Medien.

Darin erklärte Redzepi, er erkenne nicht jedes geschilderte Detail wieder, sehe jedoch genug seines früheren Verhaltens. Seine Handlungen hätten Menschen geschadet, die mit ihm gearbeitet hätten.

Er erklärte zudem, dass Schreien, Demütigungen und Angst früher weit verbreitete Methoden in Restaurantküchen gewesen seien. Dieses Umfeld habe auch sein eigenes Verhalten geprägt.

Noma: Debatte um Spitzengastronomie

Die Vorwürfe kommen zu einem sensiblen Zeitpunkt für das Restaurant. Das Team bereitet derzeit ein exklusives Pop-up-Restaurant in Los Angeles vor.

Das Menü soll laut «Malay Mail» rund 1500 Dollar pro Person kosten. Gleichzeitig planen ehemalige Mitarbeiter Proteste gegen die Veranstaltung.

Noma
Der weltberühmte Gastronomietempel Noma steht erneut im Zentrum schwerer Vorwürfe ehemaliger Mitarbeiter. (Archivbild) - keystone

Redzepi betonte in seiner Stellungnahme, er habe in den vergangenen Jahren an sich gearbeitet. Die heutige Organisation unterscheide sich stark von der früheren Struktur.

Kommentare

User #2468 (nicht angemeldet)

Er hat recht. Es ging früher total ruppig zu und her in den Küchen. Da flogen im Stress oft die Fetzen. Aber kein Grund in diesem Schema zu verharren. Für ihn ist es so auch schwer gutes Personal zu bekommen. Und ohne kann er noch lange Starkoch sein aber nicht mit eigenem Restaurant. Dann kann er nur noch ins Fernsehen.

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