Niederländische Regierung entschuldigt sich für Zwangsadoptionen
Die niederländische Regierung hat sich bei den Tausenden Frauen entschuldigt, die zwischen 1956 und 1984 unter Druck ihre neugeborenen Babys zur Adoption freigeben mussten. Die Frauen waren damals meist sehr jung und nicht verheiratet, als sie schwanger wurden. Unter Druck gesetzt wurden sie nicht nur von ihren Familien und der Kirche, sondern auch von den damaligen Kinderschutzbehörden.

Die zuständige Staatssekretärin für Justiz, Claudia van Bruggen, entschuldigte sich in Den Haag auch bei den Vätern und Kindern für die Rolle des Staates. «Das hätte nie geschehen dürfen», sagte sie im Namen der Regierung. «Zwangsweise Aufgabe und Adoption haben bei Müttern, den abgegebenen Kindern und auch bei Vätern unnötig viel Leid verursacht. Leid, das nicht ungeschehen gemacht werden kann.»
Die Regierung räumte ein, die Frauen und Kinder damals allein gelassen zu haben. Bei den Zwangsadoptionen geht es um etwa 15.000 Frauen und ebenso viele Kinder.
Im vergangenen Jahr hatte eine Untersuchungskommission festgestellt, dass viele Frauen und Kinder durch diese Zwangsadoptionen dauerhafte Schäden erlitten hätten. Die jungen Frauen hätten keinerlei Mitspracherecht über die Zukunft ihres Kindes gehabt. Oft durften sie ihre Babys demnach nicht sehen – viele sahen sie nie wieder.
Eine zentrale Rolle spielte der Untersuchung zufolge die regionalen Kinderschutzbehörden. Der Staat habe die Frauen nicht geschützt, erkennt die Regierung nun an. Ausserdem seien den Adoptionseltern gesetzlich mehr Rechte eingeräumt worden als den biologischen Eltern.
Die Regierung kündigte nun Massnahmen an, um die Frauen und die Kinder zu entschädigen. Zuvor hatten sich bereits Regierungen anderer Länder für solche historischen Zwangsadoptionen entschuldigt.














